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The Future of Decline: Anglo-American Culture at Its Limits
Können die USA, die zu einer zweitrangigen Nation werden, die Supermacht-Nostalgie ablegen, die das Vereinigte Königreich immer noch heimsucht?
Die Debatte über die schwindende Hegemonie der USA tobt seit 50 Jahren und überschwemmt den Markt mit Prophezeiungen über den amerikanischen Niedergang. Medienexperten fragen, wie schnell wir fallen und wie viel wir verlieren werden, ignorieren aber im Allgemeinen die grundlegende Frage: Was bedeutet der Niedergang? Welche Bedeutung hat das Leben in einem Land, das seine besten Zeiten hinter sich hat, in Bezug auf Erfahrungen und Alltag, Gefühle und Fantasien?
Am Beispiel Großbritanniens nach dem Zweiten Weltkrieg und mit Blick auf das Amerika der 2020er Jahre zeigt Jed Esty auf, dass die Entwicklung zu einer zweitklassigen Nation weder katastrophal ist, wie Alarmisten behaupten, noch vermeidbar, wie Optimisten betonen. Hinter dem zeitgenössischen Niedergang verbirgt sich oft eine weiße Nostalgie und eine konservative Sehnsucht nach der Gewissheit des Kalten Krieges. Doch die narzisstische Verlockung der „verlorenen Größe“ zieht sich durch das gesamte politische Spektrum. Wie Esty argumentiert, findet sie in den Mainstream-Medien deshalb so großen Widerhall, weil die Amerikaner den Zugang zu einer Sprache verloren haben, die ihnen ein nationales Ziel jenseits der globalen Vormachtstellung vermittelt. Es ist an der Zeit, die abgedroschenen Märchen von der endlosen Vorherrschaft der USA ad acta zu legen, sich der multipolaren Welt der Zukunft zu stellen und neue amerikanische Geschichten zu erzählen. The Future of Decline ist ein Leitfaden, um diese zu finden.