
The Affection in Between: From Common Sense to Sensing in Common
Dieser neue Ansatz der Ethik konzentriert sich auf ausdrucksstarke, sich bewegende Körper in alltäglichen affektiven Begegnungen und legt eine grundlegende, aber vergessene Fähigkeit frei, mit anderen zu fühlen.
Der gesunde Menschenverstand hat sein goldenes Versprechen noch nicht eingelöst: ein robustes Selbst, einen stabilen Sinn für die Realität und solidarische Bande. The Affection In-Between argumentiert, dass eine Neukonzeption des gesunden Menschenverstands die gemeinsame Bewältigung von zwei unlösbaren philosophischen Rätseln erfordert: die Probleme der sensorischen Integration und des "anderen Geistes". Wenn man den gesunden Menschenverstand entweder als individuelle kognitive Fähigkeit oder als gemeinschaftliche Gesamtheit von Überzeugungen und Praktiken auffasst, wie es unsere Tradition des philosophischen und politischen Denkens zu lange getan hat, werden die Möglichkeiten des Selbst und des Anderen, der Ethik und der Politik eingeengt. Keines der beiden Register allein kann sich der politischen Manipulation entziehen und eine gemeinsame Basis zwischen selbstbewussten, aber unvermeidlich porösen Selbsten schaffen.
April Flakne beginnt mit einer neuen Interpretation des vernachlässigten aristotelischen Konzepts der sunaisthesis, einer verkörperten, interaktiven Fähigkeit, überlappende Bedeutung durch die Kultivierung einer Sensibilität zu schaffen, die weder individuell noch gemeinschaftlich ist, sondern sich zwischen Körpern in Bewegung entfaltet. Indem sie Aristoteles' Konzept mit klassischer und zeitgenössischer Phänomenologie, einschließlich kritischer Phänomenologie, empirischer Theorien sozialer Kognition und Affekttheorie, untermauert, bietet Flakne neue Antworten auf eine dringende und legitime Skepsis gegenüber dem Selbst und der Rolle, die die Ethik bei der Bekämpfung von Orientierungslosigkeit und fabrizierter Spaltung spielen könnte. Durch die Erforschung der intimen Erfahrungen von Geburt, Tod, Pflege und Trauer bringt Flakne die ethischen und politischen Aspekte der zwischenmenschlichen Interaktion nach Hause und in die gelebte Erfahrung.