Bewertung:

Das Buch „Zwei Lolitas“ von Michael Maar untersucht die möglichen Verbindungen zwischen Nabokovs „Lolita“ und einer weniger bekannten Kurzgeschichte von Heinz von Lichberg, die denselben Titel trägt. Er untersucht Themen wie literarische Einflüsse, die Natur der Inspiration und die Komplexität von Nabokovs kreativem Prozess. Das Werk wird wegen seines fesselnden Erzählstils und seiner spannenden Fragen zu Autorenschaft und Originalität in der Literatur geschätzt.
Vorteile:⬤ Fesselnder und einnehmender Schreibstil, der sich wie ein Krimi liest.
⬤ Bietet einen interessanten historischen Kontext und eine vergleichende Literaturanalyse.
⬤ Enthält zwei Kurzgeschichten von Lichberg im Anhang, die das Verständnis des Lesers vertiefen.
⬤ Wirft wichtige Fragen zur literarischen Inspiration und zum Eigentum an Erzählungen auf.
⬤ Einige Leser sind der Meinung, dass es an konkreten Beweisen für Nabokovs Vertrautheit mit Lichbergs Werk mangelt.
⬤ Die vorgestellten Ideen könnten von einigen Literaturkritikern als spekulativ oder höchst fragwürdig angesehen werden.
⬤ Es wird auf eine unzureichende, hauptsächlich deutschsprachige Bibliographie hingewiesen, die möglicherweise nicht allen Lesern gerecht wird.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
The Two Lolitas
Ein führender deutscher Wissenschaftler enthüllt seine erstaunliche Entdeckung über Nabokovs einflussreichen Roman
Sagt Ihnen das etwas? Der Ich-Erzähler, ein kultivierter Mann mittleren Alters, blickt auf die Geschichte einer amour fou zurück. Alles beginnt damit, dass er auf einer Auslandsreise ein Zimmer als Untermieter nimmt. In dem Moment, in dem er die Tochter des Hauses sieht, ist er verloren. Sie ist ein Mädchen im Vorschulalter, deren Reize ihn sofort in ihren Bann ziehen. Ohne auf ihr Alter zu achten, wird er mit ihr intim. Am Ende stirbt sie, und der von ihr gezeichnete Erzähler bleibt für immer allein. Der Name des Mädchens liefert den Titel der Geschichte: Lolita.
Wir kennen das Mädchen und seine Geschichte, und wir kennen den Titel. Aber der Autor war Heinz von Eschwege, dessen Geschichte von Lolita 1916 unter dem Pseudonym Heinz von Lichberg erschien, vierzig Jahre bevor Nabokovs gefeierter Roman die Welt im Sturm eroberte. Von Lichberg wurde später ein prominenter Journalist in der Nazizeit, und sein Jugendwerk geriet in Vergessenheit. The Two Lolitas deckt eine bemerkenswerte Reihe von Parallelen zwischen den beiden Werken und ihren Autoren auf - zu viele, um den Zufall als wahrscheinlichste Erklärung anzunehmen. Woher kannte Vladimir Nabokov von Lichbergs lange vergriffene Erzählung? Und warum sollte er, der Großmeister der Referenz, unsere Aufmerksamkeit auf einen so unscheinbaren Autor lenken?
Maars außergewöhnliche literarische Detektivgeschichte wirft ein neues Licht auf die Entstehung eines der einflussreichsten Werke des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese neue Ausgabe enthält ein Vorwort des deutschen Bestsellerautors Daniel Kehlmann und ein von Kehlmann geführtes Interview mit dem Autor, in dem Maar verrät, dass er seit dem Schreiben des Buches das vielleicht letzte Teil des Puzzles enthüllt hat.