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Dionysus, Christ, and the Death of God, Volume 2, 2: Christianity and Modernity
Diese meisterhafte Reflexion über die Geschichte und das Schicksal des Abendlandes vergleicht die griechisch-römische Zivilisation und die jüdisch-christliche Tradition, um zu verstehen, was sie sowohl verbindet als auch trennt. Die Vermittlung, verstanden als kollektive, symbolische Erfahrung, verleiht der Gesellschaft Einheit und Sinn, indem sie die Menschen in Kontakt mit einem universellen Objekt bringt, das als Welt oder Wirklichkeit bekannt ist.
Doch die Einheit hat ihren Preis: Die Kraft, die ein friedliches Zusammenleben ermöglicht, macht uns auch anfällig für Konflikte. Folglich muss jemand geopfert werden, um einen gemeinsamen Punkt der Konvergenz - des Einsseins - zu finden. Das Opfer ist also die historische Säule der Mediation.
In der Antike wurde es in einem kosmisch-religiösen Sinn gebilligt, in der Moderne aus ethischen Gründen abgelehnt, wobei die jüdisch-christliche Tradition eine Zwischenrolle spielt, indem sie die Opfergewalt als solche verurteilt, während sie das Opfer als freiwillige Handlung zur Rettung anderer Menschen akzeptiert. Heute, da wir vor dem Zusammenbruch aller gemeinsamen Vermittlungen stehen, bietet diese Zwischenlösung einen Ausweg aus unserer moralischen und kulturellen Misere.