
Documenting the Past in Medieval Puglia, 1130-1266
Documenting the Past in Medieval Puglia, 1130-1266 untersucht die Produktion des historischen Gedächtnisses in der Region Apulien nach ihrer Eingliederung in das neue Königreich Sizilien im Jahr 1130. Er bewertet die Bedeutung des offensichtlichen Verschwindens traditionellerer Formen der apulischen Geschichtsschreibung nach 1130 und untersucht die Existenz anderer historischer Diskurse (jenseits derjenigen, die nur in den wenigen "königszentrierten" hochrangigen Chroniken erhalten sind), die in die überlebende lokale Dokumentation eingebettet waren.
Der Band enthält eine ausführliche Untersuchung von Urkunden und Korrespondenz, einer Art von Zeugnissen, die in der Erforschung des mittelalterlichen Apulien bisher noch nicht in vollem Umfang für diesen Zweck genutzt wurde. Die genaue Analyse der erhaltenen apulischen Urkunden und Korrespondenzen für die Zeit der normannisch-staufischen Herrschaft (1130-1266) im Königreich zeigt die Existenz eingebetteter "Geschichten". Eines der Hauptziele des Buches ist es, die Rolle sowohl der apulischen Individuen und Gemeinschaften als auch der "zentralen Akteure" (Monarchie, Papsttum) bei der Schaffung eines lokalen historischen Gedächtnisses zu untersuchen, insbesondere in Phasen des politischen Umbruchs und der soziokulturellen Transformation.
Die Urkunden belegen die Bewahrung und Schaffung vielfältiger, sich überschneidender öffentlicher und privater historischer Narrative und Erinnerungen, die zum Schutz der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft entwickelt wurden. Diese "Geschichten" waren das Produkt wiederholter Begegnungen zwischen lokalen Gemeinschaften und zentralisierten Überstrukturen.
Wir können daher die lebendige Produktion lokaler historischer Erzählungen und Erinnerungen feststellen, die von klösterlichen, bischöflichen, beruflichen, städtischen und familiären Gemeinschaften in Anspruch genommen wurden. So trägt dieses Buch zu einem umfassenderen Verständnis der "Nutzung" der Vergangenheit und der nuancierten Wechselbeziehung zwischen "Zentrum" und "Peripherie" in mittelalterlichen Gemeinwesen bei.