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'Don We Now Our Gay Apparel: Gay Men's Dress in the Twentieth Century
Der schwule Stil setzt tatsächlich Trends. Es ist das, was Heteros von der Mode übernehmen.
Tony WoodcockAngefangen bei den New Edwardians und den Muscle Boys bis hin zu Radical Drag und Genderfuck hat die schwule Männermode einen großen Einfluss auf die Mode gehabt. Dabei wird jedoch leicht vergessen, dass schwule Männer zu Beginn des Jahrhunderts, von wenigen Ausnahmen abgesehen, große Anstrengungen unternahmen, ihre sexuelle Identität zu verbergen. Männer wie Quentin Crisp waren zwar sehr einflussreich, aber bei weitem nicht die Norm.
Die meisten schwulen Männer griffen auf eine Reihe subtiler Kleidungsvorschriften zurück, um sich gegenüber anderen schwulen Männern zu erkennen zu geben - von Oscar Wildes berühmter grüner Nelke, die noch in den 1930er Jahren getragen wurde, bis hin zu Wildlederschuhen. Dieses faszinierende Buch beginnt mit einem Blick auf die subkulturelle Welt der schwulen Männer zu Beginn dieses Jahrhunderts - insbesondere in New York und London - und analysiert die von schwulen Männern übernommenen Kleidungstrends sowie die Herausforderung, die der schwule Stil für die Mainstream-Männermode darstellt.
Die Bedeutung der Kleiderwahl für die Herausbildung der sexuellen Identität wird ebenso hervorgehoben wie der schwule Einfluss auf den Punk und die Modeindustrie als Ganzes. Das Aufkommen neuer Kleidungsstile im Zuge der Schwulenbefreiung wird analysiert, wobei der Schwerpunkt auf der Maskulinisierung der schwulen Kleidung liegt.
Die Bedeutung des Körpers für die schwule Kultur wird angesprochen, von den Physique-Magazinen der 1950er Jahre bis hin zu Tätowierungen und Piercings und ihren Ursprüngen in der SM-Szene. Für jeden, der sich für schwule Kultur oder die Geschichte der Kleidung interessiert, ist dieses Buch eine Pflichtlektüre.