Bewertung:

Gutierrez' „Doughboys on the Great War“ bietet eine nuancierte Perspektive auf die Erfahrungen amerikanischer Soldaten während des Ersten Weltkriegs und widerspricht damit den traditionellen Erzählungen der Autoren der „Lost Generation“. Das Buch stützt sich auf bisher nicht untersuchte Primärquellen, darunter die Antworten der Soldaten auf Fragebögen aus der Nachkriegszeit, um ihre Ansichten über ihren Militärdienst und dessen anhaltende Auswirkungen zu ergründen.
Vorteile:⬤ Bietet eine neue Perspektive, die die Erfahrungen der Soldaten mit den Schriften der Autoren der „verlorenen Generation“ kontrastiert.
⬤ Verwendet eine Fülle von bisher nicht untersuchtem Primärquellenmaterial.
⬤ Gut geschrieben und fesselnd, so dass es sowohl für Wissenschaftler als auch für allgemeine Leser zugänglich ist.
⬤ Bietet wertvolle Einblicke in den patriotischen Eifer und die anfängliche Aufregung bei der Einberufung, aber auch in die spätere Realität der Kriegsführung.
⬤ Einige Soldaten haben nicht auf die Fragebögen geantwortet, was eine Lücke in den Daten hinterlässt.
⬤ Das Buch kann sich teilweise wiederholen.
⬤ Es besteht der Wunsch nach einer weiteren Erforschung der Perspektiven der Soldaten im späteren Leben, die über ihre unmittelbare Nachkriegseinstellung hinausgehen.
⬤ Begrenzt durch die Tatsache, dass sich nur wenige Staaten an der Befragung beteiligt haben.
(basierend auf 11 Leserbewertungen)
Doughboys on the Great War: How American Soldiers Viewed Their Military Experience
"Es ist unmöglich, den Geisteszustand der Männer wiederzugeben, die 1917 und 1918 den Krieg führten", schrieb Edward Coffman in The War to End All Wars. In Doughboys on the Great War sagen die Stimmen tausender Soldaten etwas anderes. Die Mehrheit der Soldaten der American Expeditionary Forces kehrte 1919 aus Europa zurück. Während viele lediglich nach grundlegenden Daten gefragt wurden, erhielten Veteranen aus vier Bundesstaaten - Utah, Minnesota, Connecticut und Virginia - Fragebögen, in denen sie um zusätzliche Informationen und "Bemerkungen" gebeten wurden. Auf der Grundlage dieser Fragebögen, die ausgefüllt wurden, als die Erinnerungen noch frisch waren, präsentiert dieses Buch einen Chor von Soldatenstimmen, die direkt über die Erwartungen, Motivationen und Erfahrungen als Infanteristen an der Westfront im Ersten Weltkrieg sprechen.
Wie war es, deutsche Soldaten zu töten oder zu verstümmeln? Zu sehen, wie Freunde vom Feind getötet oder verstümmelt werden? Wie war es, nach Hause zurückzukehren, nachdem man solche Gewalt erlebt hatte? Immer wieder ringen die Soldaten mit Fragen wie diesen und fassen in Worte, was nur sie selbst erzählen können. Sie denken auch darüber nach, warum sie sich freiwillig gemeldet haben, warum sie gekämpft haben, wie ihre Ausbildung war und wie schlecht sie auf das vorbereitet waren, was sie in Übersee vorfanden. Sie beschreiben, wie sie mit der Zivilbevölkerung in England und Frankreich umgingen, wie sie die Belohnungen und Frustrationen des Besatzungsdienstes erlebten, obwohl sie unbedingt nach Hause wollten, und - was vielleicht am wichtigsten ist - worauf das alles letztendlich hinauslief. Ihre Antworten ergeben zusammen ein lebendiges und nuanciertes Gruppenporträt der Soldaten, die mit den American Expeditionary Forces auf den Schlachtfeldern von Aisne-Marne, Argonne Forest, Belleau Wood, Chateau-Thierry, der Marne, Metz, Meuse-Argonne, St. Mihiel, Sedan und Verdun während des Ersten Weltkriegs kämpften.
Das Bild, das sich dabei ergibt, steht oft im Widerspruch zu der landläufigen Vorstellung vom desillusionierten Soldaten. Obwohl der Veteran, der hier zu hören ist, vom Kampf abgehärtet und gezeichnet ist, ist er größtenteils stolz auf seinen Dienst, den er für seine Pflicht, seine Ehre und sein Land geleistet hat. Kurz gesagt, hundert Jahre später spricht der Soldat wieder mit seiner eigenen, wahren Stimme.