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Dubcon: Fanfiction, Power, and Sexual Consent
Wie die Behandlung von sexuellem Einverständnis in erotischer Fanfiction als eine Form des kulturellen Aktivismus funktioniert.
Sexuelles Einverständnis ist - bestenfalls - ein umstrittenes Thema in westlichen Gesellschaften und Kulturen. Die #MeToo-Bewegung hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf Fragen der sexuellen Einwilligung gelenkt und die endemische Natur sexueller Gewalt offenbart. Feministische akademische Ansätze zu sexueller Gewalt und Zustimmung sind vielfältig und multidisziplinär - und doch ist die Zustimmung selbst deutlich untertheoretisiert. In Dubcon verweist Milena Popova auf eine Gemeinschaft, die sich seit vielen Jahren mit Fragen von Sex, Macht und Zustimmung auseinandersetzt: Autorinnen und Leserinnen von Fanfiction. Ihre nuancierte Auseinandersetzung mit sexuellem Einverständnis, so argumentiert Popova, kann diese Themen auf eine Weise beleuchten, die weder der Wissenschaft noch dem Journalismus zur Verfügung steht.
Popova erklärt, dass der Begriff "Dubcon" (kurz für "dubious consent") von der Fanfiction-Gemeinschaft geprägt wurde, um die Grauzonen zwischen Vergewaltigung und Zustimmung sichtbar zu machen - zum Beispiel in Situationen, in denen die Machtverteilung die Fähigkeit einer Person einschränken kann, eine sinnvolle Zustimmung zum Sex zu geben. Popova analysiert drei Fanfiction-Geschichten aus dem Omegaverse-Genre, untersucht die "arrangierte Ehe" und erörtert die Reaktion der Fanfiction-Gemeinschaft, als ein Sportstar, der eine Hauptfigur in RPF (Real Person Fiction) war, der Vergewaltigung beschuldigt wurde. Popova vertritt die These, dass Fanfiction einen mächtigen diskursiven Widerstand zu den Themen Vergewaltigung und Zustimmung bietet, der die herrschenden Diskurse über Geschlecht, Romantik, Sexualität und Zustimmung in Frage stellt, und zeigt, dass Fanfiction als eine Form des kulturellen Aktivismus funktioniert.