
Dark Finance: Illiquidity and Authoritarianism at the Margins of Europe
Dark Finance bietet eine der ersten ethnografischen Darstellungen der finanziellen Expansion und ihrer politischen Auswirkungen in Osteuropa. Fabio Mattioli folgt Arbeitern, Managern und Investoren im mazedonischen Bausektor und zeigt, wie die Finanzialisierung autoritäre Regime stärken kann - nicht, indem sie Geld für alle zugänglich macht, sondern indem sie einer kleinen Gruppe von Oligarchen erlaubt, den Zugang zu internationalen Krediten zu monopolisieren und eine Kaskade ausbeuterischer inländischer Schuldenbeziehungen zu fördern.
Die in diesem Buch festgehaltene Landschaft gescheiterter Geschäfte und unerfüllbarer Träume zeigt das Finanzwesen nicht als einen singulären, technischen Prozess. Stattdessen argumentiert Mattioli, dass das Finanzwesen eine Reihe politischer und wirtschaftlicher Beziehungen darstellt, die Bürger, Eurokraten und Arbeitnehmer in spannungsreiche Paradoxien verwickeln.
Mattioli zeichnet die Ursprünge der Illiquidität in der Reorganisation des europäischen Projekts und der postsozialistischen Perversion sozialistischer Finanzpraktiken nach - eine gefährliche Mischung, die die Schwäche des mazedonischen Regimes hinter einer Fassade der Stadterneuerung verbarg und es ein Jahrzehnt lang allgegenwärtig und unbesiegbar erscheinen ließ. Dark Finance beschreibt, wie das autoritäre Regime Mazedoniens mit einem schlechten Geschäft nach dem anderen auf einer Welle finanzieller Expansion ritt, die seinen Einfluss auf die mazedonische Gesellschaft vertiefte, nur um dann festzustellen, dass seine Herrschaft, wie alle Spekulationsblasen, am Rande des Zusammenbruchs stand.