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Duns Scotus on Time and Existence: The Questions on Aristotle's de Interpretatione
Duns Scotus (ca. 1265-1308) ist eine der wenigen Persönlichkeiten in der Geschichte der Philosophie, deren Bedeutung wirklich schwer zu überschätzen ist. Trotz einer akademischen Laufbahn, die kaum zwei Jahrzehnte dauerte, und trotz zahlreicher Schriften, die bei seinem Tod unvollendet blieben, hat sein Denken die Geschichte der abendländischen Philosophie zutiefst beeinflusst. Die Fragen zu Aristoteles' "De interpretatione" sind ein frühes Werk, das wahrscheinlich im letzten Jahrzehnt des dreizehnten Jahrhunderts in Oxford geschrieben wurde. Die Fragen, die uns in zwei Teilen ("Opus I" und "Opus II") überliefert sind, stammen höchstwahrscheinlich aus Scotus' Vorlesungen zu Aristoteles' Text, einem Werk, das heute unter seinem lateinischen Namen De interpretatione bekannt ist. Die De interpretatione (oder Perihermenias im griechischen Original) wurde in der mittelalterlichen Universität als ein Werk der Dialektik oder Logik verstanden, obwohl sich der Text selbst mit Themen befasst, die wir heute im Schnittpunkt von Metaphysik und Sprachphilosophie ansiedeln würden: die Semantik der Zeit, der Existenz, der Modalität und der Quantifizierung. Im Mittelpunkt steht die wichtige und immer noch philosophisch relevante Frage, wie wir über Dinge sprechen können, die nicht mehr oder noch nicht existieren. Zu den behandelten Themen gehören Referenz und Signifikation.
Existenz und Wesenheit.
Die Wahrheit und ihre Beziehung zu den Dingen. Welche Beziehung besteht zwischen der Existenz in der Realität und der Existenz im Verstand? Hängt die Bedeutung eines Namens von der Existenz der unter ihn fallenden Objekte ab? Ist die gegenwärtige Zeit alles, was existiert? Wenn ein Satz über die Zukunft jetzt wahr sein kann, was macht ihn dann wahr?
Die englische Übersetzung enthält einen ausführlichen Kommentar, der einige der schwierigeren Ideen, die Scotus in seinem Werk entwickelt, erläutert und in den Kontext der Lehre von Logik und Metaphysik im Europa des späten dreizehnten Jahrhunderts stellt.