
By Faith and Hospitality: The Monastic Tradition as a Model for Interreligious Encounter
In seinem Brief an die Korinther, der um das Jahr 100 n. Chr.
geschrieben wurde, bemerkte Clemens von Rom, dass "Abraham durch den Glauben und die Gastfreundschaft ein Sohn des Bundes wurde". Nicht durch den Glauben allein, sondern auch durch eine Gastfreundschaft, die ihren Ursprung im Glauben hat. Heute ist es wichtiger denn je, dass unser Glaube mit der Gastfreundschaft verbunden ist: den Fremden in unserer Mitte willkommen zu heißen.
Die Tradition der Gastfreundschaft wird in allen Kulturen und Religionen der Menschheit seit jeher als eine heilige Pflicht angesehen.
Der Fremde und der Gast haben ein Recht auf Zuflucht und werden als unmittelbar mit Gott verbunden angesehen, der in ihnen gegenwärtig ist. Seit einigen Jahren finden interreligiöse Begegnungen in Klöstern statt.
Dabei handelt es sich nicht mehr um zufällige Begegnungen, bei denen Einzelne, die sich in die Ferne wagen, in Klöstern mit einem anderen Glaubenshintergrund aufgenommen werden, sondern um ein Programm des strukturierten und oft offiziellen Austauschs. Dieses Buch bezeugt, wie fruchtbar ein solcher Ansatz für den interreligiösen Dialog ist. Die wirkliche Herausforderung ist, wie auch anderswo, die Konfrontation mit einer nachchristlichen Welt, auf die wir mit der großzügigen Gastfreundschaft reagieren müssen, mit der Abraham die Engel empfing.
Pater Pierre-Francois de Bethune ist Prior des Klosters von Clerlande. Seine Erkenntnisse über den interreligiösen Dialog hat er vor allem in den Klöstern des Zen-Buddhismus in Japan gewonnen. Als Generalsekretär der Kommission für den monastischen interreligiösen Dialog, die Mönche und Nonnen verschiedener Glaubensrichtungen aus vier Kontinenten zusammenbringt, ist er auch als Berater für den Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog tätig.