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Jealousy in Context: The Social Implications of Emotions in the Hebrew Bible
Der biblische hebräische Begriff qinʾâ, der sowohl als menschlicher als auch als göttlicher Ausdruck bezeugt ist, wird meist mit „Eifersucht“ oder „Neid“ übersetzt. „In dieser Studie plädiert Erin Villareal dafür, qinʾâ als mehr als einen einfachen Verweis auf eine Emotion zu lesen und stattdessen die Ursprünge des Begriffs in der sozialen und rechtlichen Sphäre des alten Israel zu verorten.
Eifersucht im Kontext bewertet den sozioliterarischen Kontext von qinʾâ. Anhand einer Reihe von Fallstudien, in denen dieser Begriff in biblischen Erzählungen auf Bewohner, Schwester-Ehefrauen, Brüder und Ehemänner angewandt wird, erklärt Villareal, dass qinʾâ von Menschen empfunden wird, die eine Bedrohung oder Störung ihrer Rechte und ihres Status innerhalb eines sozialen Gefüges oder einer Gemeinschaft erleben, und daher auf praktischen Bedenken beruht, die soziale und juristische Auswirkungen haben. Anhand von Beispielen für göttliches qinʾâ zeigt Villareal, dass seine soziale Bedeutung in die theologische Sprache über die israelitische Gottheit und ihre Beziehung zum Volk Israel übernommen wurde und dass Jahwe qinʾâ immer dann zum Ausdruck bringt, wenn die Integrität seines Landes oder seines Heiligtums bedroht ist. Villareal untersucht den Begriff durch diese sozioliterarische Brille, um die altisraelitischen Vorstellungen von sozialer Organisation und göttlich-menschlichen Beziehungen aufzudecken. Darüber hinaus untersucht sie, wie der sozio-literarische Charakter von qinʾâ in der hebräischen Bibel Darstellungen altisraelitischer Überzeugungen, Werte und sozialer Erwartungen vermittelt.
Dieses überzeugende neue Verständnis eines biblischen Schlüsselbegriffs wird von Studenten und Wissenschaftlern der hebräischen Bibel, der hebräischen Linguistik und der altorientalischen Gesellschaften im Allgemeinen sehr geschätzt werden.