Bewertung:

Das Buch ist eine zutiefst beunruhigende und doch wunderschön konstruierte Biografie von Enrico Mreule, die seine Besessenheit von philosophischen Wahrheiten widerspiegelt, während er sich von den Realitäten des Lebens zurückzieht. Vor dem Hintergrund des politischen Chaos während des Ersten und Zweiten Weltkriegs werden Themen wie Isolation und die Grenzen der philosophischen Forschung erforscht.
Vorteile:Wunderschön geschrieben, fesselnde Erzählung, ausgezeichnetes Tempo, tiefe philosophische Einsichten.
Nachteile:Nicht für jeden zugänglich, kann in seiner Botschaft verwirrend sein, trivialisiert das Alltagsleben.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
A Different Sea
Anfang dieses Jahrhunderts verlässt Enrico, ein junger Intellektueller, die reichhaltige österreichisch-ungarische Stadt Gorizia, um mehrere Jahre in der patagonischen Pampa zu leben, allein mit seinen altgriechischen Texten, seinen Herden und ab und zu einer Frau.
Sein engster Freund Carlo, ein Philosoph und Dichter, der mit Anfang zwanzig Selbstmord begeht, hat ihn gelehrt, nach einem authentischen Leben zu suchen, das frei von gesellschaftlichen Unwahrheiten ist. Doch auf der Suche nach diesem unerreichbaren Ziel zerstört Enrico jede Chance auf ein normales Leben; selbst nach seiner Rückkehr in die Isolation an der Küste Istriens werden seine Versuche, mit Menschen in Kontakt zu treten, vereitelt.
Indem er das Leben von Enrico schildert, zeichnet Magris ein bemerkenswert scharfsinniges Bild einer ganzen Welt in Aufruhr, nämlich des zerfallenden österreichisch-ungarischen Reiches, das durch den Ersten Weltkrieg in seinen Grundfesten erschüttert wurde und nach der deutschen Besatzung und der kommunistischen Revolution reif für den Zerfall ist und wie Enrico für immer nach einem Grund sucht, weiterzuleben.