Bewertung:

In den Rezensionen wird hervorgehoben, dass Pierre Asselins Buch „Ein bitterer Frieden“ ein ausgewogenes Verständnis des Vietnamkriegs vermittelt, indem es umfangreiche Recherchen in nordvietnamesischen Archiven nutzt. Der Autor präsentiert eine nuancierte Sicht der Verhandlungen von Nixon und Kissinger, die effektiver waren als oft dargestellt, und kritisiert gleichzeitig die zynische Machtpolitik beider Seiten. Asselin argumentiert, dass die tragische Verlängerung des Krieges eher auf ideologische Verpflichtungen als auf echte Friedensbemühungen zurückzuführen ist.
Vorteile:⬤ Ausgewogene Perspektive, die nordvietnamesische Archivrecherchen mit einbezieht.
⬤ Bietet eine nuancierte Einschätzung von Nixon und Kissinger und würdigt ihre Bemühungen bei den Verhandlungen.
⬤ Hebt die Komplexität des ideologischen Kampfes und seine Auswirkungen auf den Krieg hervor.
⬤ Bietet Einblicke in die Motivationen und Handlungen sowohl der amerikanischen als auch der nordvietnamesischen Führer.
⬤ Regt zum Nachdenken über die Ideologien an, die den Konflikt antrieben.
⬤ Das Buch könnte als übermäßig sympathisch für Nixon und Kissinger empfunden werden.
⬤ Manche Leser könnten die detaillierte historische Analyse als dicht oder komplex empfinden.
⬤ Die Erforschung der ideologischen Kämpfe könnte als eine zu starke Vereinfachung der Kriegsursachen empfunden werden.
⬤ Die Länge und Tiefe der Recherche könnte für Gelegenheitsleser abschreckend sein.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
A Bitter Peace: Washington, Hanoi, and the Making of the Paris Agreement
Pierre Asselin zeigt die zentrale Rolle der Diplomatie im Vietnamkrieg auf und zeichnet die geheimen Verhandlungen nach, die zum Pariser Abkommen von 1973 führten, das zwar die amerikanische Beteiligung beendete, aber keinen Frieden in Vietnam brachte. Da beide Seiten das Abkommen unter Zwang unterzeichneten, so Asselin, war der darin versprochene Frieden zum Scheitern verurteilt.
Im Januar 1973 zwangen die anhaltende militärische Pattsituation und die zunehmenden Schwierigkeiten an der innenpolitischen Front sowohl Washington als auch Hanoi zu dem Schluss, dass die Unterzeichnung eines vagen und weitgehend undurchführbaren Friedensabkommens der zweckmäßigste Weg war, um ihre wichtigsten Ziele zu erreichen. Für Washington gehörten zu diesen Zielen die Freilassung amerikanischer Gefangener, ein militärischer Rückzug ohne formelle Kapitulation und die Wahrung der amerikanischen Glaubwürdigkeit im Kalten Krieg.
Hanoi hingegen wollte den Abzug der amerikanischen Streitkräfte sicherstellen, die sozialistische Revolution im Norden schützen und die Aussichten auf eine Wiedervereinigung mit dem Süden verbessern. Anhand neu verfügbarer Archivquellen aus Vietnam, den Vereinigten Staaten und Kanada rekonstruiert Asselin die Geheimverhandlungen und hebt die kreative Rolle von Hanoi, der Nationalen Befreiungsfront und Saigon bei der Ausarbeitung der endgültigen Vereinbarung hervor.