
A View of Berg's Lulu: Through the Autograph Sources
Nach 50 Jahren der Analyse beginnen wir erst jetzt, die Qualität und Komplexität von Alban Bergs wichtigstem Zwölftonwerk, der Oper Lulu, zu verstehen. Patricia Halls neues Buch stellt einen wichtigen Beitrag zu diesem Verständnis dar - die erste detaillierte Analyse der Skizzen für die Oper sowie des damit verbundenen autographen Materials und der bisher unzugänglichen Korrespondenz mit Berg.
1959 hinterlegte Bergs Witwe die ersten von Bergs autographen Manuskripten in der Österreichischen Nationalbibliothek. Die vollständige Sammlung der Autographen für Lulu wurde 1981 der Wissenschaft zugänglich gemacht, und eine vielversprechende neue Phase in der Lulu-Forschung begann. Hall beginnt ihre Studie mit einer Untersuchung des Formats und der Chronologie der Skizzen und demonstriert deren einzigartiges Potenzial, Aspekte von Bergs kompositorischer Sprache zu klären. In jedem Kapitel nutzt Hall Bergs Skizzen, um ein bedeutendes Problem oder eine Kontroverse zu lösen, die in der Lulu-Forschung aufgetreten ist. So erörtert Hall zum Beispiel die dramatische Symbolik, die hinter Bergs Verwendung mehrerer Rollen steht, und wie diese Rollen zur groß angelegten Struktur der Oper beitragen. Sie revidiert auch die weit verbreitete Ansicht, dass Berg sich häufig auf einen freien Zwölftonstil berief.
Halls innovative Arbeit bietet wichtige Techniken, um nicht nur die Skizzen und Manuskripte von Berg, sondern auch die anderer Komponisten des 20. Jahrhunderts zu verstehen.
Dieser Titel ist Teil des UC Press-Programms Voices Revived, das an die Mission der University of California Press erinnert, die klügsten Köpfe zu suchen und zu fördern und ihnen Stimme, Reichweite und Wirkung zu verleihen. Voices Revived stützt sich auf eine Backlist, die bis ins Jahr 1893 zurückreicht, und macht hochwertige, von Fachleuten geprüfte wissenschaftliche Arbeiten mithilfe der Print-on-Demand-Technologie wieder zugänglich. Dieser Titel wurde ursprünglich im Jahr 1996 veröffentlicht.