Bewertung:

Das Buch bietet eine Einführung in das Leben und die Philosophie von Jacques Derrida auf hohem Niveau, die sowohl für Neueinsteiger als auch für Kenner seines Werks zugänglich und aufschlussreich ist. Es ist zwar schön geschrieben und liefert wertvolle Zusammenhänge, kann aber nicht als umfassender oder praktischer Leitfaden für die Anwendung von Derridas Theorien außerhalb ihres dichten philosophischen Kontextes dienen.
Vorteile:Gut geschriebener und aufschlussreicher Überblick über Derrida, der einen guten Kontext für das Verständnis seines Werks bietet. Es richtet sich sowohl an Anfänger als auch an erfahrene Leser und entmystifiziert Derridas Ideen effektiv. Der fesselnde Schreibstil des Autors hält das Interesse des Lesers wach und unterhält ihn.
Nachteile:Einige Leser werden vielleicht feststellen, dass das Buch keine praktische Anwendung von Derridas komplexen Theorien oder eine erschöpfende Zusammenfassung seiner Gedanken bietet. Es ist vielleicht nicht der endgültige Leitfaden, den sich einige Leser erhofft hatten.
(basierend auf 18 Leserbewertungen)
An Event, Perhaps: A Biography of Jacques Derrida
Philosoph, Filmstar, Vater der "Postwahrheit" - die wahre Geschichte von Jacques Derrida
Wer ist Jacques Derrida? Für die einen ist er der Begründer einer relativistischen Philosophie, die für die heutige Krise der Wahrheit verantwortlich ist. Für die Rechtsextremen ist er einer der Architekten des Kulturmarxismus. Für seine akademischen Kritiker hat er die französische Philosophie auf "kaum mehr als ein Objekt der Lächerlichkeit" reduziert. Für seine Fans ist er ein intellektueller Rockstar, der in den Bereichen Literatur, Politik und Linguistik tätig war. In An Event, Perhaps präsentiert Peter Salmon diese missverstandene und unterschlagene Figur als einen zutiefst humanen und dringenden Denker unserer Zeit.
Der junge Jackie wurde in Algier geboren und war immer ein Außenseiter. Trotz seiner Bemühungen fällt es ihm schwer, sich im Pariser Intellektuellenmilieu der 1960er Jahre zu etablieren. Im Jahr 1967 veränderte er jedoch die gesamte Philosophie: Er stellte die zentralen Konzepte der Dekonstruktion vor. Sofort wurde sein Ruf als komplexer und verwirrender Denker begründet. Von den einen geliebt, von den anderen verabscheut, hatte Derrida eine erschöpfende Bandbreite von Interessen, aber, wie Lachs zeigt, wurde er von dem tiefen Wunsch bewegt zu verstehen, wie wir miteinander umgehen. Dieses Thema wird durch Derridas enge Beziehungen zu Schriftstellern wie Althusser, Genet, Lacan, Foucault, Cixous und Kristeva erforscht.
Das leicht zugängliche, provokative und schön geschriebene Buch An Event, Perhaps wird einer neuen Leserschaft das Leben und Werk eines Philosophen nahebringen, dessen Einfluss auf unser Denken noch lange im einundzwanzigsten Jahrhundert anhalten wird.