Bewertung:

Der Rezensent schätzt die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Kay Wright Lewis sehr, insbesondere das Kapitel über John Brown, das den historischen Kontext des Ethnienkriegs in Amerika und seine Relevanz für die heutigen Diskussionen hervorhebt. Der Rezensent stellt fest, dass die gewonnenen Erkenntnisse über John Browns Handlungen und Entscheidungen einen tiefgreifenden Einfluss hatten.
Vorteile:⬤ Informative Wissenschaft zum Thema Ethnie
⬤ relevanter historischer Kontext
⬤ fesselnde und zum Nachdenken anregende Erkenntnisse über John Brown
⬤ formuliert das Verständnis historischer Ereignisse neu
⬤ Anerkennung für die akademische Qualifikation des Autors.
Keine explizite Erwähnung; mögliche Bedenken hinsichtlich der mangelnden Berücksichtigung der Perspektiven schwarzer Verbündeter in Browns Geschichte, wie sie durch die Kritik an Browns Ignorieren ihrer Ratschläge impliziert wird.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
A Curse upon the Nation: Race, Freedom, and Extermination in America and the Atlantic World
Seit den Anfängen der Sklaverei als einer Säule der atlantischen Weltwirtschaft fürchteten sowohl Europäer als auch Afrikaner ihre Massenvernichtung durch die jeweils andere Seite in einem Ethnienkrieg. In den Vereinigten Staaten, so Kay Wright Lewis, nährte diese tief verwurzelte Furcht die Beschäftigung mit Sklavenaufständen und trug später dazu bei, den Bürgerkrieg anzuheizen, die Ziele der Reconstruction zu vereiteln, Jim Crow zu rechtfertigen und sogar die Strategie der Bürgerrechtsbewegung zu beeinflussen. Und doch, so Lewis, wird in der Geschichtsschreibung über die Sklaverei die Ausrottung als Analysekategorie so gut wie nicht behandelt. Darüber hinaus befasst sich nur ein kleiner Teil der spärlichen Forschung mit der Perspektive der Schwarzen auf die Ausrottung. A Curse upon the Nation befasst sich mit diesen beiden Themen.
Um zu erklären, wie dieser Glaube an einen drohenden Ethnie-Krieg die amerikanische Politik, Kultur und den Handel des 18. und 19. Jahrhunderts prägte, untersucht Lewis ein breites Spektrum von Texten, darunter Briefe, Zeitungen, Pamphlete, Reiseberichte, Sklavenerzählungen, Regierungsdokumente und Traktate der Abolitionisten. Sie stellt ihre Lektüre in den Vordergrund der langen Geschichte der Vernichtungskriege in Europa und seinen Kolonien und ordnet die einseitigen Repressalien gegen afrikanische Sklavenaufstände - oder auch nur Gerüchte über Aufstände - in ein Kontinuum mit früheren brutalen Übergriffen gegen Iren, Schotten, amerikanische Ureinwohner und andere Gruppen ein, die beim Kaiserreich in Ungnade gefallen waren. Lewis zeigt auch, wie die Ausrottung schon früh im Prozess der Versklavung mit Vorstellungen von Ethnie und Freiheit verwoben wurde, was das Überleben zu einer wichtigen Form des Widerstands für die afrikanischen Völker in Amerika machte.
Für Afroamerikaner, ob versklavt oder frei, war das Potenzial für einseitige Gewalt stets präsent und zutiefst traumatisch. In dieser bahnbrechenden Studie wird neu bewertet, wie die Ausrottung das Verständnis der Schwarzen für den atlantischen Sklavenhandel und die politische, soziale und wirtschaftliche Welt, in der er gedieh, prägte.