
A Dangerous Parting: The Beheading of John the Baptist in Early Christian Memory
Die Hinrichtung durch Enthauptung ist ein höchst symbolischer Akt. Das grausige Bild des abgetrennten Kopfes erinnert an einen bestimmten sozialen und kulturellen Ort und fungiert als Kanal für einen figurativen Diskurs, der für einen bestimmten Ort und eine bestimmte Zeit spezifisch ist - er weist auf nicht ideales Verhalten hin und drückt Gruppengrenzen und ideologische Annahmen aus und verstärkt sie. Kurz gesagt, ein körperloser Kopf dient als diskursives Kommunikationsmittel: Obwohl er stumm ist, spricht er.
Unter Verwendung der Theorie des sozialen Gedächtnisses und der Erkenntnisse aus einer gründlichen Analyse der antiken Ideologie der Enthauptung untersucht A Dangerous Parting die kommunikative Wirkung der Tradition der Enthauptung Johannes' des Täufers in den ersten drei Jahrhunderten der gemeinsamen Zeitrechnung. Nathan Shedd argumentiert, dass die frühe Erinnerung an den Tod des Immersersers durch eine gefährliche Synchronität gekennzeichnet ist. Einerseits diente die Enthauptung des Johannes, die mit der Kreuzigung Jesu verbunden war, als Ort der Destabilisierung und Umverteilung der Erniedrigung eines Opfers, das körperliche Gewalt erfährt; sowohl Johannes als auch Jesus wurden gegenseitig als Opfer somatischer Gewalt gerechtfertigt. Andererseits wurden im zweiten und dritten Jahrhundert, als man sich an den Kopf des Johannes erinnerte, diesem abgeschlagenen Kopf lokalisierte Ausdrücke der "Trennung der Wege" mit gefährlichen antijüdischen Implikationen eingeschrieben. Justin Martyr und Origenes versuchen, die Enthauptung des Johannes und die Kreuzigung Jesu in ein kulturelles Schema einzuordnen, das die Bedürftigkeit der nicht-christlichen Juden behauptet und gleichzeitig die ethische, ideologische und spirituelle Vormachtstellung der Christen behauptet.
A Dangerous Parting (Ein gefährlicher Abschied) deckt Interpretationsmöglichkeiten der Enthauptung des Johannes auf, insbesondere im Hinblick auf die tief verwurzelten Denkmuster, die die Gleichgültigkeit gegenüber physischen Gewalttaten gegen Juden im Laufe der Geschichte belebt haben. Mit diesem Werk treibt Shedd nicht nur die Johannes-der-Täufer-Forschung voran, um die Bedeutung dieser Figur in den frühen Ausprägungen der jüdischen und christlichen Unterscheidung zu betrachten, sondern fordert auch Wissenschaftler und Studenten gleichermaßen auf, über die Ethik der Lektüre antiker Texte nachzudenken.