
A Heraldic Miscellany: Fifteenth-Century Treatises on Blazon and the Office of Arms in English and Scots
Es ist schwierig, sich das Mittelalter ohne Heraldik vorzustellen; Ritter und Damen werden routinemäßig mit kunstvollen Wappen dargestellt, die ihre Schilde und Kleidung zieren. Auch der Herold selbst ist in der volkstümlichen Vorstellung allgegenwärtig, denn er kündigt die Ankunft eines hohen Herrschers an.
Hier werden zum ersten Mal einige der Texte veröffentlicht, die die Beziehung zwischen heraldischem Design und der Arbeit der Herolde beschreiben. Diese Beziehung änderte sich im Laufe des 15. Jahrhunderts dramatisch, als die Herolde das Recht beanspruchten, Wappen zu entwerfen, zu interpretieren und nach einem ausgeklügelten Auslegungssystem zu verleihen.
Diese Texte, die von Klerikern, Herolden und sogar einem späteren Papst verfasst wurden, beschreiben die Regeln der heraldischen Gestaltung und die Bedeutung von Farben und Wappen. Sie befassen sich auch mit der Rolle des Herolds selbst, sei es, dass er als politischer oder persönlicher Vertrauter dient oder einen Kampfprozess organisiert.
Schließlich skizzieren sie eine imaginäre Geschichte des Wappenamtes und behaupten, dass die Autorität des Herolds auf Julius Cäsar, den trojanischen Helden Hektor oder sogar den Gott Dionysos zurückgehen könnte. Diese Texte, die in der zeitgenössischen Forschung wenig bekannt sind, bieten wertvolle Einblicke in die intellektuelle und visuelle Kultur der ritterlichen Gesellschaft des fünfzehnten Jahrhunderts.