Bewertung:

Das Buch _In Praise of the Whip: Eine Kulturgeschichte der Erregung_ von Niklaus Largier erforscht die Geschichte und die sozialen Auswirkungen der Geißelung, einschließlich ihrer erotischen und religiösen Aspekte. Das Buch stützt sich auf akademische Forschung, enthält aber auch unterhaltsame historische Beispiele und Zitate aus der Literatur und stellt die Geißelung als komplexe kulturelle Praxis dar, die über das reine Vergnügen hinausgeht.
Vorteile:Gut recherchiert und umfassend mit einer Mischung aus seriösem akademischem Ton und ansprechenden historischen Anekdoten. Bietet eine gründliche Untersuchung sowohl der erotischen als auch der religiösen Geißelung und liefert eine aufschlussreiche Perspektive auf die kulturelle Bedeutung der Auspeitschung.
Nachteile:Die akademische Sprache kann für manche Leser dicht und anspruchsvoll sein. Die Thematik ist zwar fesselnd, kann aber für diejenigen, die sich nicht für Geißelung interessieren, auch abschreckend oder zu pervers wirken.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
In Praise of the Whip: A Cultural History of Arousal
Die emotionale und sinnliche, religiöse und erotische Erregung der Peitsche, die in religiösen, literarischen und medizinischen Texten und Bildern ein wesentliches Instrument der Stimulation bei Andachts- und Sexualpraktiken darstellt.
Ein Lob der Peitsche: Eine Kulturgeschichte der Erregung ist eine neue Geschichte der freiwilligen Geißelung in Europa, von ihrer Erfindung in der mittelalterlichen religiösen Frömmigkeit bis zu ihrer Verwendung in der modernen pornografischen Phantasie. Anhand eines breiten Spektrums religiöser, literarischer und medizinischer Texte und Bilder erforscht Niklaus Largier die emotionale und sinnliche, religiöse und erotische Erregung der Peitsche, die ein entscheidendes Instrument der Stimulation in Andachts- und Sexualpraktiken ist. Von der frühneuzeitlichen Pornografie über den Marquis de Sade bis hin zu den Fantasien von Swinburne und Joyce bediente sich die erotische und devote Phantasie der Peitsche. Largier untersucht, wie Reformation und Gegenreformation die mittelalterliche Kultur der Erregung problematisierten. Die anregenden Qualitäten der mittelalterlichen visuellen Darstellungen, insbesondere der Geißelungspraktiken, Prozessionen und Spektakel, wurden einer Kritik unterzogen, die darauf abzielte, die Phantasie zu kontrollieren. Im modernen bürgerlichen Leben wurden die Praxis, die Wirkungen und die Bilder der Geißelung zu einem zentralen Ort der Untersuchung von Bedenken und Ängsten hinsichtlich der Ausübung emotionaler Selbstkontrolle und der Zensur der Fantasie. Moderne Verweise auf die Praxis der Geißelung in den Werken von Swinburne, Proust und Joyce zeugten nicht nur von einer "dekadenten" Faszination für "mittelalterliche" Kulturen oder "perverse Sexualität", sondern auch von einer Faszination, die die von psychopathologischen Diskursen geprägte Zensur des neunzehnten Jahrhunderts zunichte gemacht hatte.
Solche Beschwörungen der Geißelung, erklärt Largier, waren Versuche, eine Kultur der Stimulation und der Fantasie - sowohl erotisch als auch hingebungsvoll - wiederzuerlangen, die die modernen Grenzen der Sexualität überschritt.