
A Journalist for Me: Reassessing Egon Erwin Kisch's Coverage of the Redl Affair, May 25-31, 1913
Eine Entlarvung von Kischs Lügen über seine Berichterstattung über den Redl-Skandal und eine datengestützte Analyse der politischen Hintergründe des Skandals mit neuen Erkenntnissen über die Rolle Erzherzog Franz Ferdinands und des österreichisch-ungarischen Außenministeriums bei der anschließenden Vertuschung. Vor dieser Arbeit wurden Egon Erwin Kischs Behauptungen über seine Berichterstattung über den Redl-Skandal - eine Berichterstattung, die ihm den Spitznamen "rasender Reporter" einbrachte - nie anhand öffentlich zugänglicher Zeitungsarchive überprüft.
Die Analyse beweist, dass Kischs Behauptungen falsch sind, und wirft ein neues Licht auf die Rolle des Außenministeriums, Erzherzog Franz Ferdinands, der Clique von Feldmarschall Conrad von Htzendorf im Kriegsministerium und der Clique um Kaiser Franz Joseph bei der Vertuschung des Skandals. Diese vier politischen Gruppierungen manipulierten die Presse auf unterschiedliche Weise, um den Skandal zu "drehen". In diesem Buch wird eine datengestützte Analyse verwendet, um die jeweilige Presseagenda dieser Fraktionen zu dokumentieren und zu bewerten.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Auswärtige Amt und der Kaiser stärker motiviert waren, den Skandal zu begraben als Franz Ferdinand oder das Kriegsministerium. Die Behauptungen des Kriegsministeriums über Redls Homosexualität wurden wahrscheinlich dadurch vorangetrieben, dass Franz Ferdinand die Zeitung Die Zeit nutzte, um das Kriegsministerium in den Tagen nach Redls erzwungenem Selbstmord anzugreifen.