
A State of Secrecy: Stasi Informers and the Culture of Surveillance
Geheime Polizeibehörden wie das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hüteten enorme Mengen an Geheimnissen über ihre eigenen Bürger und stützten sich dabei in hohem Maße auf menschliche Formen der Datenerfassung in Form von Informanten. Bislang ist wenig über das komplizierte und konfliktreiche Leben der Informanten bekannt, die oft in einem Zustand ständiger Geheimhaltung lebten.
Dies ist die erste Studie dieser Art, die diese geheime Überwachungsgesellschaft, ihre geheimnisvollen Rituale und das geheime Leben, das sie förderte, untersucht. Anhand einer Reihe ineinandergreifender, detaillierter Fallstudien von Spitzeln in der Literatur und der Kunst sucht A State of Secrecy nach Antworten auf die Frage, wie die Zusammenarbeit der ostdeutschen Intelligenz mit der Stasi möglich und nachhaltig war.
Sie stützt sich dabei auf umfangreiche Originalarchivrecherchen in der BStU sowie auf Zeitzeugenberichte, Literatur und Film und bedient sich eines breiten Methodenspektrums, das von der Biografieforschung über die Soziologie, Kulturwissenschaft und Literaturgeschichte bis hin zur Politikwissenschaft und der Überwachungs- und Geheimdienstforschung reicht. Indem er die verschiedenen Arten der Verstrickungen von Intellektuellen mit der Macht während des Kalten Krieges herausarbeitet, präsentiert Lewis eine Mikrogeschichte der verdeckten Aktivitäten jener Schriftsteller, die mit der Geheimpolizei zusammenarbeiteten.