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An Analysis of Antonio Gramsci's Prison Notebooks
Antonio Gramscis Gefängnis-Notizen ist ein bemerkenswertes Werk, nicht nur, weil es im Gefängnis geschrieben wurde, als der italienische marxistische Denker in seinem Heimatland der politischen Unterdrückung zum Opfer fiel, sondern auch, weil es seine beeindruckenden analytischen Fähigkeiten zeigt.
Erstmals 1948, 11 Jahre nach Gramscis Tod, veröffentlicht, zeigen die Gefängnis-Notizen, dass der Autor eine angeborene Fähigkeit besitzt, die Beziehung zwischen verschiedenen Teilen eines Arguments zu verstehen. So gelingt es Gramsci, so unterschiedliche Themen wie Kapitalismus, Wirtschaft und Kultur zu analysieren, um historische Entwicklungen zu erklären. Er führt die Idee der „Hegemonie“ ein, also der Mittel, mit denen die herrschenden Klassen in einer Gesellschaft ihre Macht erlangen, erhalten und verwalten. Indem er sorgfältig untersucht, wie die Gesellschaft funktioniert, deckt er die Art und Weise auf, in der die Mächtigen eine Kombination aus Gewalt und Manipulation einsetzen, um die meisten Menschen davon zu überzeugen, dass das bestehende soziale Arrangement logisch und in ihrem besten Interesse ist - selbst wenn es das nicht ist.
Gramsci zeigt genau auf, wie die herrschende Klasse ihre Macht aufrechterhält, indem sie sowohl politische Institutionen wie die Gerichte und die Polizei als auch zivile Institutionen wie die Kirchen, die Familie und die Schulen beeinflusst. Seine eindringliche Analyse führte ihn zu der Schlussfolgerung, dass Veränderungen nur auf zwei Arten möglich sind: entweder durch eine Revolution oder durch einen langsamen, aber ständigen Kampf um die Veränderung des Glaubenssystems der herrschenden Klassen.