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An Analysis of Michel Foucault's the History of Sexuality: Vol. 1: The Will to Knowledge
Michel Foucault ist als einer der innovativsten und vielseitigsten Denker des 20. Die Qualitäten, die ihn zu einem der meistgelesenen und einflussreichsten Theoretiker der Moderne machten, kommen in Geschichte der Sexualität, dem letzten Projekt, das Foucault vor seinem Tod 1984 abschließen konnte, voll zum Tragen.
Foucaults Anziehungskraft beruht vor allem auf der Kreativität seines Denkens. Kreatives Denken kann viele Formen annehmen - von der Neudefinition eines Themas auf neuartige Weise bis hin zur Herstellung unerwarteter und erhellender Verbindungen. Foucaults besonderes Talent lässt sich vielleicht am besten damit beschreiben, dass er Fragen von innen nach außen dreht. Im Fall der Sexualität zum Beispiel führte ihn seine Interpretation der historischen Beweise zu der These, dass die sexuellen Kategorien, an die wir uns gewöhnt haben (homosexuell, lesbisch, heterosexuell usw.), nicht „natürlich“ sind, sondern Konstruktionen, die sich aus dem Zusammenspiel von Macht und Wissen in der Gesellschaft ergeben.
Solche Kategorien, so Foucault weiter, dienen tatsächlich dazu, die Begierden zu produzieren, die sie zu benennen versuchen. Und ihre Entstehung ist wiederum eng mit der Macht verbunden, die die Gesellschaft auf die Angehörigen der verschiedenen Geschlechtergruppen ausübt.
Foucaults Ideen, die heute bekannt sind, waren zu ihrer Zeit so neu, dass sie eine große Herausforderung darstellten. Aber die Welt durch Foucaults Gedanken zu sehen, bedeutet, sie auf eine völlig andere und erhellende Weise zu sehen - ein Beispiel für kreatives Denken in seiner besten Form.