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An Analysis of Odd Arne Westad's the Global Cold War: Third World Interventions and the Making of Our Times
Für diejenigen, die den Kalten Krieg miterlebt haben, und für viele Historiker, die sich mit ihm befassen, schien es selbstverständlich, dass die entscheidenden Ereignisse, die den Verlauf des Kalten Krieges bestimmten, in der nördlichen Hemisphäre stattfanden, insbesondere in der Konfrontation zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt in Europa. In dieser Sichtweise war die Berliner Mauer wichtiger als der Ho-Chi-Minh-Pfad, und die sowjetische Intervention in Ungarn war weitaus bedeutender als die sowjetische Intervention in Korea.
Erst das Ungleichgewicht der Kräfte im Norden lenkte die Aufmerksamkeit der USA und der UdSSR auf andere Gebiete und führte zu Ausbrüchen von Stellvertreterkriegen in anderen Teilen der Welt - in Korea, Vietnam und Afrika. Odd Arne Westads Triumph besteht darin, die Geschichte dieser Zeit durch das andere Ende des Fernrohrs zu betrachten - den Kalten Krieg als etwas neu zu begreifen, das sich im Wesentlichen in der Dritten Welt und nicht in der Ersten Welt abspielte. Die These, die er in The Global Cold War vorstellt, ist äußerst kreativ.
Sie stellt viele konventionelle Weisheiten auf den Kopf und weist darauf hin, dass der entscheidende Faktor in diesem Kampf nicht die Geopolitik, sondern die Ideologie war - eine Ideologie, die zudem stark von Elementen kolonialistischen Denkens geprägt war, die der Mentalität zweier erklärtermaßen antikolonialer Supermächte eigentlich fremd sein sollten. Westads Arbeit ist ein gutes Beispiel für die Fähigkeit des kreativen Denkens, neue Zusammenhänge und neue Lösungen zu finden; sie scheut auch nicht davor zurück, neue Hypothesen aufzustellen oder Themen neu zu definieren, um sie auf neue Weise zu betrachten.