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A European Anabasis: Western European Volunteers in the German Army and Ss, 1940-45
Kenneth Estes untersucht die 100.000 Westeuropäer, die als Freiwillige für die Wehrmacht und die Waffen-SS gegen Russland kämpften.
Estes, Oberstleutnant des Marine Corps im Ruhestand, verfügt über ein enormes Wissen über den Kampf und schreibt fesselnde Prosa über das Schlachtfeld. Zwei Drittel der westeuropäischen Freiwilligen stammten aus Spanien und den Niederlanden, doch Estes beweist eine große Bandbreite und behandelt flämische, wallonische, französische, dänische und norwegische Kampfeinheiten.
Ohne zu sehr zu verallgemeinern, unterscheidet der Autor sorgfältig zwischen den Dänen und Flamen, die kompetent in der SS-Wiking-Division und später in Nordland kämpften, den mutigen, aber schlecht bewaffneten Spaniern, den schlecht ausgebildeten Niederländern und Franzosen im Landsturm Nederland und in der SS-Charlemagne und den Norwegern, die sich nach einer ersten Begeisterungswelle völlig zurückhielten. Estes pulverisiert die Vorstellung der Nazipropaganda von einer multinationalen europäischen Armee, die die "westliche Zivilisation" gegen den "Bolschewismus" verteidigt. Er zeigt, dass die Westeuropäer, vor allem aus den städtischen Arbeiterklassen, sich aus einer Mischung von Motiven freiwillig meldeten - aus Abenteuerlust, Ideologie, der Hoffnung auf persönliche Vorteile oder materiellen Gewinn, dem Wunsch nach besserer Ernährung oder dem Wunsch, einem Strafregister in der Heimat zu entgehen.
Er zeigt, dass die leistungsstärksten Fremdenlegionen von deutschen Offizieren ausgebildet und geführt wurden und Teil größerer SS-Einheiten waren, und auch, dass die Wehrmacht wenig Wert auf ausländische Formationen legte, bis ihre anderen Personalreserven 1944/45 zur Neige gingen. Dies ist ein bahnbrechendes Werk zu einem Thema, über das schon viel geschrieben wurde, das aber selten so gut verstanden oder beschrieben wurde wie in diesem Buch.