Bewertung:

Das Buch bietet einen breiten Überblick über die Geschichte des Lesens, lässt aber in einigen Bereichen, insbesondere bei den philosophischen Diskussionen und der zeitgenössischen Lesekultur, an Tiefe vermissen. Es deckt verschiedene Epochen ab, vertieft aber keinen spezifischen Aspekt, was dazu führen kann, dass sich manche Leser mehr Einblick wünschen.
Vorteile:Bietet einen umfassenden historischen Kontext über Lese- und Schreibpraktiken, geht auf philosophische Aspekte ein, geeignet für Geschichtsinteressierte.
Nachteile:Es fehlt an Tiefe in Bezug auf die zeitgenössische Lesekultur und die Auswirkungen auf die Gesellschaft, wirkt unübersichtlich und einführend, was begeisterte Leser, die eine detailliertere Analyse wünschen, möglicherweise nicht zufrieden stellt.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
A History of Reading
Steven Roger Fischers faszinierende Geschichte des Lesens zeichnet die gesamte Geschichte des Lesens nach, von der Zeit, in der das Symbol zum ersten Mal zum Zeichen wurde, bis hin zu den elektronischen Texten der Gegenwart, und bietet einen umfassenden Überblick über Zeit und Geografie unserer sich entwickelnden Beziehung zum Text.
Fischer wendet sich antiken Formen des Lesens zu und führt uns nach Asien und Amerika, wo er die Formen und Entwicklungen völlig unterschiedlicher Schriftsysteme und Skripte erörtert. Mit dem Mittelalter in Europa und im Nahen Osten entstanden innovative Neuerfindungen des Lesens - stilles und liturgisches Lesen, der Brauch der Lektoren, eine Konzentration auf das Lesen in der allgemeinen Bildung -, woraufhin der Buchdruck die gesamte Einstellung der Gesellschaft zum Lesen veränderte. Fischer schildert die Explosion des Buchhandels, die Vergrößerung des Publikums und den radikalen Wandel der Themen in dieser Epoche. Er beschreibt auch das Aufkommen von Flugblättern, Zeitungen und öffentlichen Lesungen und zeichnet die Auswirkungen neuer Schriftarten auf die allgemeine Lesbarkeit nach, und vieles mehr.
Abschließend geht Fischer auf eine Zukunft ein, in der die gelesene Kommunikation die mündliche durch den Einsatz von Personalcomputern und Internet wahrscheinlich übertreffen wird. Mit Blick auf die „visuelle Sprache“ und moderne Theorien über die Verarbeitung des Lesens im menschlichen Gehirn stellt er die Frage, wie der Neue Leser das Schicksal des Lesens neu gestalten kann - und schlägt eine radikale Neudefinition dessen vor, was Lesen sein könnte.