
A Metropolitan History of the Dutch Empire: Popular Imperialism in the Netherlands, 1850-1940
Eine großstädtische Geschichte des niederländischen Reiches: Popular Imperialism in The Netherlands, 1850-1940 untersucht die populäre imperiale Kultur in den Niederlanden um die Jahrhundertwende. An verschiedenen und manchmal unerwarteten Stellen der Zivilgesellschaft spielte das Kaiserreich eine herausragende Rolle und war der Schlüssel zur Mobilisierung der Menschen für Anliegen, die direkt oder indirekt mit den niederländischen Überseekolonien zusammenhingen.
Gleichzeitig war das Imperium jedoch scheinbar aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Abgesehen von einigen chauvinistischen Ausbrüchen während des Aceh-Krieges und des Burenkrieges war Gleichgültigkeit die vorherrschende Haltung, mit der man den imperialen Angelegenheiten begegnete. Wie konnte das Imperium im Leben der Großstädter gleichzeitig präsent und abwesend sein? Der Autor stützt sich auf die Arbeiten von Wissenschaftlern aus Bereichen, die von postkolonialen Studien bis zum Habsburger Imperialismus reichen, und argumentiert, dass die Gleichgültigkeit gegenüber dem Imperium keine Anomalie gegenüber der Idee einer alles durchdringenden imperialen Kultur war, sondern vielmehr die logische Folge einer imperialen Ideologie, die Metropole und Kolonie zu fest getrennten Einheiten machte.
Die verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen, die für imperiale oder antiimperiale Anliegen eintraten - wie Missionare, ehemalige Kolonialherren, indonesische Studenten und Pfadfinder - standen kaum je in expliziter Beziehung zueinander und hatten ihre eigenen, unverwechselbaren Ausdrucksformen, waren aber dennoch Teil eines, wie der Autor es nennt, "fragmentierten Imperiums" und teilten den roten Faden der niederländischen imperialen Ideologie. Dies legt nahe, dass wir die Unsichtbarkeit der kolonialen Kultur in den Metropolen nicht mit einem Mangel an Stärke verwechseln sollten.