
A Gaping Wound: Mourning in Italian Poetry
Die Lyrik hat schon immer ein besonderes Verhältnis zur Trauer und ihren Ritualen gepflegt, aber was hat der lyrische Diskurs für die Bewältigung von Tod, Trauer und Verlust zu bieten? Wie wird andererseits die Trauer zu einer zentralen schöpferischen Kraft in der Lyrik? Wie wirkt sich dies auf die Art des Diskurses und die Wünsche aus, die er erfüllt? Die in diesem Band versammelten Essays konzentrieren sich auf Gedichte von Giacomo Leopardi, Guido Gozzano, Giorgio Caproni, Giorgio Bassani, Amelia Rosselli, Antonella Anedda und Vivian Lamarque und untersuchen, wie die Lyrik die Grenzen zwischen hohen lyrischen und volkstümlichen Formen, dem Persönlichen und dem Politischen, dem Lokalen und dem Nationalen, dem Individuellen und dem Kollektiven, der eigenen Geschichte und der öffentlichen Geschichte, dem Männlichen und dem Weiblichen, dem individuellen Ausdruck und der gemeinsamen Sprache auslotet.
Die italienische Dichtungstradition findet zwei entscheidende Meilensteine in zwei Gedichtsammlungen, die dem verlorenen Geliebten gewidmet sind, Dantes Vita Nova und Petrarcas Canzoniere, und ihre modernen und zeitgenössischen Verzweigungen haben viel für die Reflexion über die Ethik und Poetik der Trauer zu bieten.