Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden historischen Überblick über Afghanistan, in dem die Konflikte des Landes und die Beteiligung der verschiedenen Imperien, darunter Großbritannien, Russland und die USA, ausführlich beschrieben werden. Es dient als wichtiges Nachschlagewerk für politische Entscheidungsträger und militärhistorisch Interessierte.
Vorteile:Eingehende historische Analyse aus der Zeit vor dem modernen Afghanistan. Geschrieben von einem Experten mit militärischer und akademischer Erfahrung. Gilt als Pflichtlektüre für politische Entscheidungsträger. Umfassende Berichterstattung über mehrere historische Konflikte.
Nachteile:Der große historische Umfang führt zu einer Darstellung, die eher allgemein und zusammenfassend als detailliert ist. Schlüsselereignisse des modernen Konflikts, wie die Beteiligung der USA, werden erst in späteren Kapiteln behandelt, was den Lesefluss stören kann.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
A Military History of Afghanistan: From the Great Game to the Global War on Terror
Die Geschichte Afghanistans ist vor allem eine Militärgeschichte. Von den Persern und Griechen der Antike bis zu den britischen, sowjetischen und amerikanischen Mächten in der Neuzeit haben Fremde militärische Eroberungen in die Berge und Ebenen Afghanistans geführt und ihre unauslöschlichen Spuren in diesem alten Land an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten hinterlassen.
In diesem Buch schöpft Ali Ahmad Jalali, ehemaliger Innenminister Afghanistans, aus einem tiefen Verständnis für die ferne und jüngste Vergangenheit seines Landes, um die Militärgeschichte Afghanistans in den letzten zweihundert Jahren zu erkunden. Nach einem einleitenden Kapitel, das die wichtigsten militärischen Entwicklungen von den Anfängen bis zur Gründung des modernen afghanischen Staates beleuchtet, konzentriert sich Jalalis Darstellung vor allem auf die Zeit der britischen Eroberung und der anglo-afghanischen Kriege, die sowjetische Invasion, den Bürgerkrieg und den Aufstieg der Taliban sowie die anschließende US-Invasion. Jenseits hartnäckiger Stereotypen und Verallgemeinerungen - z.
B. die Bezeichnung "Friedhof der Imperien", die sich aus den anglo-afghanischen Kriegen des 19.
Jahrhunderts und den sowjetischen Erfahrungen der 1980er Jahre ergibt - bietet Jalali eine nuancierte und umfassende Darstellung der Kriegsführung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure in Afghanistan gegen unterschiedliche in- und ausländische Feinde unter sich verändernden sozialen, politischen und technologischen Bedingungen. Er zeigt auf, wie die Struktur von Staaten, Stämmen und sozialen Gemeinschaften in Afghanistan sowie der Umfang des von ihnen kontrollierten Raums ihre Kampfmethoden im Laufe der Geschichte geprägt haben.
Insbesondere zeigt er, wie sich dynastische Kriege und ausländische Eroberungen in ihren Prinzipien, Strategien und Methoden von Kriegen unterscheiden, die von nichtstaatlichen Akteuren wie Stammes- und Gemeinschaftsmilizen gegen ausländische Invasionen oder repressive Regierungen geführt werden. Geschrieben von einem Berufssoldaten, Politiker und renommierten Wissenschaftler mit einem scharfen analytischen Verständnis für die militärische und politische Geschichte seines Landes, bietet dieses meisterhafte Werk einen einzigartigen Einblick in die Militärgeschichte Afghanistans - und damit in Afghanistan selbst.