Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 3 Stimmen.
A Newscast for the Masses: The History of Detroit Television News
Als Hauptinformationsquelle für viele Menschen und als wichtige Einnahmequelle für die Rundfunkkonglomerate des Landes haben sich die lokalen Fernsehnachrichten von einer Kuriosität zu einer mächtigen journalistischen und kulturellen Kraft entwickelt. In A Newscast for the Masses (Eine Nachrichtensendung für die Massen) untersucht Tim Kiska die Entwicklung der Fernsehnachrichten in Detroit, von den Anfängen in den späten 1940er Jahren, als das Fernsehen als "wildes, junges Medium" galt, bis zu den frühen 1980er Jahren, als das Kabelfernsehen die Rundfunklandschaft dauerhaft veränderte. Kiska zeigt, wie die Lokalnachrichten, die anfangs als schlechter Ersatz für den seriösen Printjournalismus galten, zum Eckpfeiler des Fernsehprogramms und zur bevorzugten Nachrichtenquelle der Öffentlichkeit wurden.
Kiska beginnt seine Studie 1947 mit der ersten Fernsehsendung aus Detroit, die von WWJ-TV ausgestrahlt wurde. WWJ befand sich im Besitz der Evening News Association, derselben Gesellschaft, der auch die Detroit News gehörten, und entwickelte einen glaubwürdigen Nachrichtensender als Werbeträger für die Zeitung. Ende der 1960er Jahre wurde WWJ jedoch von den neuen Sendern WXYZ-TV und WJBK-TV verdrängt, die mit ihrer hervorragenden Berichterstattung über die Unruhen in Detroit 1967 die Zuschauer von WWJ weglockten. WXYZ-TV wurde schließlich mit Hilfe seiner kapitalkräftigen Muttergesellschaft, der American Broadcasting Corporation, zum mächtigsten Nachrichtensender in Detroit und nutzte ausgefeilte Umfrage- und Werbetechniken, um seine Zuschauerzahlen zu steigern. Obwohl Kritiker dazu neigen, die Sensationslust und die Effekthascherei der lokalen Fernsehnachrichten zu verhöhnen, zeigt Kiska, dass die Nachrichtensendungen in den letzten Jahrzehnten ihre Inhalte effektiv auf die Anforderungen der Zuschauer zugeschnitten haben und dadurch zur vertrauenswürdigsten Informationsquelle für den Durchschnittsamerikaner und zur lukrativsten Gewinnquelle für die Fernsehsender geworden sind.
A Newscast for the Masses (Eine Nachrichtensendung für die Massen) basiert auf ausführlichen Interviews mit Journalisten, die an der Entwicklung des Fernsehens in Detroit beteiligt waren, sowie auf sorgfältigen Recherchen in den Akten des Beratungsunternehmens McHugh & Hoffman, das sozialwissenschaftliche Techniken einsetzte, um die Fernsehpräferenzen der Einwohner von Detroit zu ermitteln. Jeder, der sich für Fernsehgeschichte oder Journalismus interessiert, wird diese detaillierte und informative Studie zu schätzen wissen.