
A Narratology of Drama: Dramatic Storytelling in Theory, History, and Culture from the Renaissance to the Twenty-First Century
Dieser Band widerlegt die These von Gérard Genette, dass es einen „unüberwindbaren Gegensatz“ zwischen Drama und Erzählung gibt, und zeigt, dass die beiden Formen des Erzählens im Laufe der Literaturgeschichte produktiv miteinander verwoben waren. Ausgehend von der Idee, dass Theaterstücke häufig Elemente anderer Gattungen, insbesondere narrativer Gattungen, enthalten, wird in der vorliegenden Studie das Drama als eine grundsätzlich narrative Gattung theoretisiert.
Ausgehend von der Frage, wie das Drama Geschichten erzählt, werden im ersten Teil der Studie die allgemeinen Merkmale des dramatischen Erzählens herausgearbeitet und die Verwendung von Erzählformen im Drama näher beleuchtet. Im zweiten Teil wird eine Geschichte des dramatischen Erzählens von der Renaissance bis zum einundzwanzigsten Jahrhundert vorgeschlagen, die über die konventionellen Genregrenzen hinausgeht. Jahrhundert, die über die konventionellen Gattungsgrenzen hinausgeht.
Die genaue Lektüre exemplarischer britischer Theaterstücke gibt einen Überblick über die vorherrschenden Erzählweisen in den einzelnen Epochen und verweist auf ihre Auswirkungen im breiteren kulturellen und historischen Kontext der Stücke. Schließlich argumentiert der Band, dass stark erzählende Theaterstücke im Laufe der Geschichte eine performative Kraft besaßen, die weit über die Bühne hinausreichte: Dramatisches Erzählen spiegelt nicht nur sozio-politische Realitäten wider, sondern formt sie auch weitgehend.