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A Philosophy of Pain
„Zum Leben gehört, dass man jede Sekunde mit Schmerz konfrontiert wird - nicht notwendigerweise als hartnäckige Realität, sondern immer als Möglichkeit“, schreibt Arne Vetlesen in Eine Philosophie des Schmerzes, einem nachdenklich stimmenden Blick auf einen unvermeidlichen und wesentlichen Aspekt des menschlichen Daseins. Vetlesen befasst sich mit den verschiedenen Formen des Schmerzes, z. B. mit dem Schmerz bei Folterungen, dem Schmerz bei Krankheiten, dem Schmerz bei Angst, Trauer und Depression und dem Schmerz bei Gewalt. Er untersucht die doppelte Natur des Schmerzes: wie wir versuchen, ihn in unserem täglichen Leben so weit wie möglich zu vermeiden, und wie wir umgekehrt einen Nervenkitzel daraus ziehen, ihn zu suchen.
Vetlesens Analyse des Schmerzes ist aufschlussreich und lotet das Zentrum vieler unserer intensivsten und kompliziertesten Gefühle aus. Er betrachtet den Schmerz in verschiedenen Bereichen des modernen Lebens wie Familie und Arbeit, und er untersucht speziell ein sehr verbreitetes modernes Phänomen, nämlich die Idee, sich selbst bis an die Grenzen zu treiben. Indem er sich mit den Ideen von Denkern wie S. Ren Kierkegaard, Sigmund Freud, Martin Heidegger, Jean-Paul Sartre, Maurice Merleau-Ponty, Max Horkheimer, Theodor Adorno, Alice Miller, Susan Sontag und Melanie Klein auseinandersetzt, stellt A Philosophy of Pain die Frage, was zuerst da war, das Denken oder das Fühlen, und erforscht das Konzept und die Möglichkeit der Empathie.
Vetlesen bietet eine originelle und aufschlussreiche Perspektive auf etwas, das wir alle erleiden und ertragen - von einem verstauchten Knöchel bis zu einem gebrochenen Herzen. Obwohl Schmerz an sich unangenehm ist, erinnert uns unsere Fähigkeit, ihn zu fühlen, daran, dass wir am Leben sind.