
A Sociological Theory of Communication: The Self-Organization of the Knowledge-Based Society
Kommunikationsnetze entwickeln sich im Rahmen eines reflexiven Austauschs. Die Kodifizierung dieser Reflexionen in der Sprache, d.h. auf der sozialen Ebene, kann als das Betriebssystem der Gesellschaft betrachtet werden. Unter soziologisch spezifizierbaren Bedingungen ist zu erwarten, dass die diskursiven Rekonstruktionen die reflektierten Systeme zunehmend wissensintensiv machen.
Diese soziologische Kommunikationstheorie steht in einer Tradition, die Giddens' (1979) Strukturationstheorie, Habermas' (1981) Theorie des kommunikativen Handelns und Luhmanns (1984) Vorschlag, soziale Systeme als selbstorganisierend zu betrachten, umfasst. Die Studie stützt sich auch auf Shannons (1948) mathematische Kommunikationstheorie zur Formalisierung und Operationalisierung der nichtlinearen Dynamik.
Die Entwicklung der wissenschaftlichen Kommunikation kann mit Hilfe der Zitationsanalyse untersucht werden. Die Austauschmedien an den Schnittstellen der Wissensproduktion liefern uns das evolutionäre Modell einer Triple Helix der Beziehungen zwischen Universität, Industrie und Regierung. Der Aufbau der europäischen Informationsgesellschaft kann dann in Form von interagierenden Kommunikationsnetzwerken analysiert werden. Die Fragen der nachhaltigen Entwicklung und des zu erwartenden sozialen Wandels werden in Bezug auf die Möglichkeit einer allgemeinen Kommunikationstheorie diskutiert.