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A Language for the World: The Standardization of Swahili
Diese intellektuelle Geschichte des Standard-Swahili erforscht die langfristigen, miteinander verflochtenen Prozesse der Standardbildung und der Schaffung von Gemeinschaften im historischen, politischen und kulturellen Kontext Ostafrikas und darüber hinaus.
Morgan J. Robinson argumentiert, dass die Übertragbarkeit des Standard-Swahili zu seiner weiten Verbreitung nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent, sondern auch weltweit beigetragen hat. Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, ob standardisierte Versionen afrikanischer Sprachen die Menschen gestärkt oder unterdrückt haben. Es ist unvermeidlich, dass die Auswahl und Förderung einer Version einer Sprache als Standard - ein Schritt, der typischerweise mit Missionaren und Kolonialregimen in Verbindung gebracht wird - negative Auswirkungen auf diejenigen hatte, deren Sprache plötzlich als nicht standardisiert galt. Bevor man sich jedoch mit den Folgen der Kodifizierung auseinandersetzt, muss man versuchen, den Prozess selbst zu verstehen, argumentiert Robinson. Die Geschichte des Standard-Swahili zeigt, wie sich Ereignisse, Menschen und Ideen schnell und manchmal überraschend zwischen sprachlichen, politischen, sozialen oder zeitlichen Kategorien bewegen.
Robinson führte ihre Recherchen auf Sansibar, dem tansanischen Festland und im Vereinigten Königreich durch. Gegliedert nach den Phasen der Konversation, Übersetzung und Kodifizierung von 1864 bis 1964, konzentriert sich das Buch auf die intellektuelle Geschichte der Standardisierung des Suaheli. Jahrhunderts in Sansibar, der Heimat von Missionaren, ehemals versklavten Studenten und einer Druckerei, und endet auf dem Festland in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als nationalistische Bewegungen Standard-Swahili in ihr antikoloniales und nationales Instrumentarium aufnahmen. Dieses Ergebnis war jedoch nicht vorherbestimmt, und Robinson bietet einen neuen Kontext für die starken Emotionen, die die Sprache in Ostafrika weiterhin hervorruft.
Die Geschichte des Standard-Swahili ist nicht eine einzige Geschichte, sondern vielmehr die miteinander verbundenen Geschichten mehrerer Gemeinschaften, die zur Produktion von Wissen beitragen. Das Buch spiegelt diese Vielfalt wider, indem es die Erzählungen von Kolonialbeamten und antikolonialen Nationalisten, ostafrikanischen Büroangestellten, Studenten, Zeitungsredakteuren, Redakteuren und ihren Lesern sowie von Bibliotheksbesuchern, akademischen Linguisten, ehemals versklavten Kindern und Missionspredigern einbezieht. Das Buch rekonstruiert diese Geschichten auf ihre eigene Art und Weise und fügt sie in ein neues Kompositum ein, das den zentralen Platz der Sprache in der Geschichte Ostafrikas und darüber hinaus verdeutlicht.