Bewertung:

Das Buch bietet eine freimütige Erkundung der mährischen Sekte und ihres Einflusses auf das evangelikale Denken, insbesondere in unruhigen Zeiten. Obwohl es wertvolle Einblicke bietet, fanden einige Leser die Darstellung nicht detailliert genug und frustrierend in Bezug auf die Quellenlage.
Vorteile:⬤ Informativ über die Mährer und ihren Einfluss auf den Evangelikalismus
⬤ bietet einen historischen Überblick
⬤ die Offenheit des Autors wird geschätzt.
⬤ Frustrierende Zitierpraxis
⬤ fehlender Zugang zu Primärquellen
⬤ einige Details zu Kontroversen werden nicht vollständig erforscht
⬤ grafischer Inhalt könnte für einige Leser abschreckend sein.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
A Time of Sifting: Mystical Marriage and the Crisis of Moravian Piety in the Eighteenth Century
Ende der 1740er Jahre erlebten die Mährer, eine junge und schnell wachsende radikal-pietistische Bewegung, eine Krise, die bald als "Zeit der Sichtung" bezeichnet wurde. Während die mährischen Führer versuchten, die Kirche von den Missständen der Krise wegzuführen, versuchten sie auch, die Erinnerung an diese kontroverse und peinliche Zeit auszulöschen.
Archivunterlagen wurden systematisch vernichtet, und die offiziellen Kirchengeschichten behandelten diese Zeit nur in allgemeiner Form. Es ist nicht verwunderlich, dass die Zeit der Sichtung in der mährischen Geschichtsschreibung zu einem Tabu und einem Rätsel wurde. In A Time of Sifting liefert Paul Peucker den ersten ausführlichen Bericht über die Zeit der Sichtung und argumentiert, dass es sich dabei nicht, wie oft angenommen, um eine extreme Form der Blut-und-Wunden-Andacht handelte.
Vielmehr trat die Zeit der Sichtung ein, als die Mährer zu glauben begannen, dass die Vereinigung mit Christus nicht nur während des ehelichen, sondern auch während des außerehelichen Geschlechtsverkehrs erfahren werden kann. Peucker zeigt, wie diese Ereignisse die logische Konsequenz der mährischen Lehren der vorangegangenen Jahre waren.
Als das Wesen der Krise offensichtlich wurde, drängten die Kirchenführer die Mitglieder, zu ihrer früheren Hingabe an das Blut und die Wunden Christi zurückzukehren. Indem sie zu dieser früheren Phase zurückkehrten, verloren die Mährer ihren dynamischen Charakter und wurden eher konservativ.
Zu diesem Zeitpunkt erfanden sich die radikal-pietistischen Mährer der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als eine unumstrittene evangelikale Konfession neu.