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Wrapping Authority: Women Islamic Leaders in a Sufi Movement in Dakar, Senegal
Seit etwa 2000 tritt eine wachsende Zahl von Frauen in Dakar, Senegal, offen als spirituelle Führerinnen für Männer und Frauen auf. Während sich die städtische Jugend auf der Suche nach Orientierung und Gemeinschaft an die islamische Fayḍa-Tijāniyya-Sufi-Bewegung wendet, bieten diese Frauen Anleitung zur Ausübung des Islam und zur Kultivierung des mystischen Wissens über Gott.
Obwohl islamische Führungsfrauen in einem Kontext, in dem Frauen nur selten islamische Autorität ausgeübt haben, radikal erscheinen mögen, haben sie erstaunlich wenig Kontroversen ausgelöst. Wrapping Authority erzählt die Geschichten dieser Frauen und untersucht, wie sie Wege der Führung entwickelt haben, die sich für sie selbst und ihre Umgebung natürlich anfühlen. Joseph Hill setzt sich mit der vorherrschenden Wahrnehmung des Islams als einer konservativen Praxis mit strengen Vorschriften insbesondere für Frauen auseinander und zeigt, wie die Frauen Werte, die typischerweise mit frommen muslimischen Frauen assoziiert werden, in ihre Führungsarbeit integrieren.
Diese weiblichen Führungspersönlichkeiten präsentieren spirituelle Führung als eine Form der fürsorglichen Mutterschaft; sie verwandeln Handlungen des hingebungsvollen Kochens in eine Grundlage für religiöse Autorität und Prestige; sie verbinden Schüchternheit, verhüllende Kleidung und andere Formen der weiblichen "Selbstverhüllung" mit beispielhafter Frömmigkeit, verborgenem Wissen und charismatischer Mystik. Doch wie der mystische Diskurs der Sufis ist auch ihre Selbstdarstellung zutiefst zweideutig und besteht gleichzeitig auf Geschlechterunterschieden und auf der Transzendenz des Geschlechts durch die mystische Einheit mit Gott.