
Obwohl die Dependenztheorie die lateinamerikanische Realität der späten 1970er Jahre sehr gut erklären und analysieren kann, wird sie den aktuellen Merkmalen der Region nicht gerecht. Die überwiegende Mehrheit der lateinamerikanischen Länder verfügt über einen Handlungsspielraum in ihren Außenbeziehungen, sei es direkt mit anderen Staaten oder mit nichtstaatlichen Akteuren.
Das Problem besteht darin, dass dieser Handlungsspielraum von den Entscheidungsträgern nicht effektiv genutzt wird, was etwas ganz anderes ist als die Unumkehrbarkeit der asymmetrischen Struktur. Obwohl der politische Realismus, der Neorealismus und die komplexe Interdependenz Theorien sind, die für eine andere Realität postuliert werden, charakterisieren sie einige wichtige Fragen, die bei der Analyse der lateinamerikanischen Außenpolitik berücksichtigt werden müssen.
Aus diesem Grund entsteht das Anliegen, tragfähige Erklärungen für die Bedürfnisse und Herausforderungen zu finden, denen sich Lateinamerika im Besonderen und das internationale System im Allgemeinen gegenübersehen. "