Bewertung:

Das Buch bietet eine eingehende Erforschung der elektronischen Musik und der Klangmanipulation, die Kompositionstechniken, Abmischung und Produktion umfasst. Es bietet einen historischen Kontext, ein Vokabular für die Diskussion elektronischer Musik und persönliche Einblicke des Autors, die viele als erhellend empfinden. Einige Leser bemängeln jedoch, dass das Buch zu akademisch und repetitiv sein kann und es an praktischer Anwendung für ihren persönlichen Kompositionsstil mangelt.
Vorteile:Eingehende Erforschung elektronischer Musik, detaillierte Kompositionstechniken, klare Definitionen und Vokabeln, historischer Kontext und praktische Beispiele, aufschlussreiche persönliche Perspektive des Autors, erweitert das Verständnis von Musikkomposition.
Nachteile:Etwas akademisch und trocken, sich wiederholende Konzepte im gesamten Buch, möglicherweise mangelnde praktische Anwendung für bestimmte Leser, nicht alle Techniken passen zu individuellen kompositorischen Ansätzen.
(basierend auf 23 Leserbewertungen)
Composing Electronic Music: A New Aesthetic
Elektronische Musik ruft bei Komponisten und Zuhörern neue Empfindungen, Gefühle und Gedanken hervor. Sie öffnet die Tür zu einem unbegrenzten Klanguniversum, macht die Verräumlichung zu einem integralen Aspekt der Komposition und konzentriert sich auf die Klangveränderung als zentrale strukturelle Strategie. In diesem neuen Bereich erscheint die Tonhöhe als eine fließende und flüchtige Substanz, die verbogen, moduliert oder in Geräusch aufgelöst werden kann. In ähnlicher Weise erscheint Zeit nicht nur als eine feste, durch Verhältnisse unterteilte Dauer, sondern als ein plastisches Medium, das erzeugt, moduliert, umgekehrt, verzerrt, verwürfelt und granuliert werden kann. Hüllkurven- und Wellenformwellen auf allen Zeitskalen verweben sich zur Formgebung. Die Macht der algorithmischen Methoden erweitert die Möglichkeiten der Musiktechnologie. Zusammengenommen ergeben sich daraus völlig neue Möglichkeiten.
Diese Konvergenz von technischen und ästhetischen Trends macht einen neuen Text notwendig, der sich auf die Möglichkeiten eines klangorientierten, multiskaligen Ansatzes für die Komposition elektronischer Musik konzentriert. Klangorientiert bedeutet eine Praxis, die sich in der Gegenwart von Klang abspielt. Multiskalig bedeutet einen Ansatz, der die wahrnehmbare und physikalische Realität mehrerer, interagierender Zeitskalen berücksichtigt - von denen jede komponiert werden kann. Nach mehr als einem Jahrhundert der Forschung und Entwicklung ist jetzt ein geeigneter Moment, um einen Schritt zurückzutreten und all das neu zu bewerten, was sich auf dem Boden der künstlerischen Praxis verändert hat.
Composing Electronic Music skizziert eine neue Kompositionstheorie, die auf dem Werkzeugkasten der elektronischen Musiktechniken basiert. Die Theorie besteht aus einem Rahmen von Konzepten und einem Vokabular von Begriffen, die musikalische Materialien, ihre Transformation und ihre Organisation beschreiben. Im Mittelpunkt dieses Diskurses steht der Begriff der narrativen Struktur in der Komposition - wie Klänge geboren werden, interagieren, sich verwandeln und vergehen. Es handelt sich um einen Leitfaden: einen Rundgang mit Fakten, Geschichte, Kommentaren, Meinungen und Hinweisen auf interessante Ideen und neue Möglichkeiten, die es zu berücksichtigen und zu erforschen gilt.