
Elites and People: Challenges to Democracy
Dieser Band enthält ein Open-Access-Kapitel. Die Beziehungen zwischen Eliten und Demokratie waren schon immer angespannt.
Schon das Konzept der Eliten - des "auserwählten Volkes" - steht im Widerspruch zu den demokratischen Idealen der politischen Gleichheit. Gleichzeitig sind sie aber auch notwendiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften. In jeder großen Gesellschaft ist Demokratie ohne große Organisationen nicht denkbar, seien es politische Gremien, Bürokratien, Unternehmen oder Freiwilligenorganisationen.
Wenn sich die Macht an der Spitze solcher Organisationen konzentriert, bilden die Inhaber der Spitzenpositionen potenziell Gruppen, die oft als Eliten bezeichnet werden. Der vorliegende Band von Comparative Social Research bietet ein breites Spektrum an vergleichenden Elitestudien, die vom Arabischen Frühling in Tunesien und Ägypten über die politische Führungsrolle von Frauen in Brasilien und Deutschland bis hin zur Erlangung von Elitepositionen unter Minderheiten in Frankreich und den USA reichen.
Die Qualität der demokratischen Regierungsführung scheint in vielen Teilen der heutigen Welt zu sinken. Dennoch sind politische Wahlen immer noch eine wichtige Quelle der Legitimität, auch wenn sie bei weitem nicht frei und fair sind. Die Entwicklungen in den Demokratien der Dritten Welle, die um 1990 sowohl in Europa als auch im Rest der Welt entstanden sind, werden in mehreren Kapiteln behandelt.
Wie geht es ihnen zwei oder drei Jahrzehnte später? Eine weitere Gruppe von Kapiteln befasst sich mit der Rekrutierung und Sozialisierung von Eliten unter Berücksichtigung von Klasse und Geschlecht. Abschließend werden verschiedene Verflechtungen von Eliten mit Populismus beleuchtet, sowohl was die Gründe für die jüngste populistische Expansion als auch die verschiedenen Bilder von Eliten in populistischen Bewegungen betrifft.