Bewertung:

David Fitzpatricks Biografie über Emory Upton wird für seine gründliche Recherche und aufschlussreiche Analyse von Uptons Leben und Beiträgen gelobt. Sie stellt Upton als einen missverstandenen militärischen Denker dar, dessen Ideen die amerikanische Militärpolitik stark beeinflusst haben. Das Buch wurde dafür gelobt, dass es sein Vermächtnis erfasst und gleichzeitig mit den Mythen um seine Person aufräumt, auch wenn einige Leser bemängelten, dass der Schwerpunkt nicht auf seiner Karriere im Bürgerkrieg lag.
Vorteile:⬤ Hervorragend recherchiert und geschrieben
⬤ erfasst das Vermächtnis von Emory Upton und seine Beiträge zur Militärreform
⬤ aufschlussreiche Analyse
⬤ räumt mit Missverständnissen über Upton auf
⬤ unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für Militärgeschichte interessieren
⬤ überzeugende Darstellung von Uptons Einfluss auf die moderne US-Armeepolitik.
Einige Leser empfanden den Ton als trocken; Kritiker erwähnen, dass Uptons Karriere im Bürgerkrieg nicht ausreichend behandelt wird, da sich das Buch mehr auf seine Reformbemühungen konzentriert.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Emory Upton, 60: Misunderstood Reformer
Emory Upton (1839-1881) ist weithin als einer der einflussreichsten militärischen Denker Amerikas anerkannt. Seine Werke - "The Armies of Asia and Europe" und "The Military Policy of the United States" - haben die intellektuelle Entwicklung der Armee im späten neunzehnten Jahrhundert beflügelt und die Reformen von Kriegsminister Elihu Root in den frühen 1900er Jahren geleitet. Doch wie David J. Fitzpatrick darlegt, wird Upton auch weithin als antidemokratischer militaristischer Eiferer missverstanden, dessen Ideen "zu preußisch" für Amerika waren. In dieser ersten vollständigen Biografie seit fast einem halben Jahrhundert revidiert Fitzpatrick, der führende Kenner Uptons, radikal unser Bild von dieser wichtigen Figur des amerikanischen Militärdenkens.
Upton, ein frommer methodistischer Bauernjunge aus dem Hinterland von New York, besuchte die Militärakademie der Vereinigten Staaten in West Point und diente im Bürgerkrieg. Sein Einsatz eines Massenangriffs der Infanterie zur Durchbrechung der konföderierten Linien bei Spotsylvania Courthouse im Jahr 1864 machte ihn zu einer aufstrebenden Persönlichkeit in der US-Armee. Uptons spätere Arbeit über militärische Organisationen in Asien und Europa, die er im Auftrag des kommandierenden Generals William T. Sherman verfasste, beeinflusste die Hinwendung der Armee zu einem europäischen, weitgehend deutschen Ideal des Soldatenberufs. Dennoch war es derselbe Text, der zusammen mit Uptons Military Policy of the United States auch die Fehlinterpretationen Uptons vorantrieb - zunächst durch einige Zeitgenossen und in jüngerer Zeit durch die bekannten Historiker Stephen Ambrose und Russell Weigley. Indem er Uptons Engagement für das Ideal des Bürgersoldaten aufzeigt und ihn in den Kontext des zeitgenössischen militärischen, politischen und intellektuellen Diskurses stellt, zeigt Fitzpatrick, wie Uptons Ideen eindeutig aus einer amerikanischen militärisch-politischen Tradition erwachsen sind.
Emory Upton: Misunderstood Reformer verdeutlicht Uptons Einfluss auf die Armee, indem er ein neues und notwendiges Verständnis für die intellektuelle Ausrichtung des Militärs zu einem kritischen Zeitpunkt in der amerikanischen Geschichte bietet.