Bewertung:

Das Buch bietet eine wissenschaftliche Perspektive auf die Rosenkriege und verbindet Elemente der Geschichte, Sprache und Literatur. Während einige Leser den einzigartigen analytischen Ansatz schätzen, kritisieren andere, dass es dem Buch aufgrund des nicht-historischen Hintergrunds des Autors an historischer Strenge und Klarheit mangelt.
Vorteile:Der wissenschaftliche Ansatz verbindet Geschichte, Sprache und Literatur auf effektive Weise. Er hat sich als nützlich für akademische Zwecke erwiesen, z. B. für die Erstellung einer Masterarbeit. Er bietet einen einzigartigen Blickwinkel, durch den die historischen Ereignisse betrachtet werden können.
Nachteile:Kritiker führen an, dass der literarische Hintergrund des Autors von der historischen Analyse ablenkt und zu Verwirrung und Unklarheit führt. Die Interpretation wird als subjektiv und oberflächlich angesehen, ohne solide historische Schlussfolgerungen. Die Leser bevorzugen Werke von ausgebildeten mittelalterlichen Historikern, um eine zuverlässigere Darstellung zu erhalten.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
England's Empty Throne: Usurpation and the Language of Legitimacy 1399-1422
Nach der Entthronung und anschließenden Ermordung Richards II. stand die usurpierende Dynastie der Lancastrier vor einer außergewöhnlichen Herausforderung.
Heinrich IV. und Heinrich V. unterbrachen eine lange Periode der Plantagenet-Herrschaft und mussten den englischen Thron nicht nur physisch in Besitz nehmen, sondern auch symbolisch besetzen.
In diesem kühn revidierten Buch liefert Paul Strohm eine neue Darstellung der lancastrischen Revolution und ihrer Nachwirkungen.
Unter Einbeziehung literarischer und historischer Analysetechniken untersucht er das Streben der neuen Dynastie nach Legitimität und die Bedeutung symbolischer Handlungen für die Entstehung des Königtums. Strohm zeigt die lancastrischen Monarchen als Meister der Inszenierung, die ihr Königtum in einer Vielzahl neuartiger Zeremonien überzeugend "vorführen".
Heinrich IV. wird mit einem neu entdeckten Krönungsöl gekrönt. Der ermordete Richard II.
wird aufwendig wiederbegraben. Mit erfundenen Chroniken, falschen Prophezeiungen und gefälschten Genealogien wird um die Gunst der Öffentlichkeit geworben und getäuscht. Gegner des neuen Regimes werden mit neuartigen Verfahren und Strafen belegt.
Zu den weitreichenden lancastrischen Herrschaftsexperimenten gehören das Verbot von Prophezeiungen, die Verwendung von Gedichten, der Einsatz von Spionen und angeheuerten Informanten und - besonders ehrgeizig - die Neudefinition des Begriffs Hochverrat, der nicht nur offenkundige Taten, sondern auch Gesagtes und sogar Gedachtes umfasst. Strohms Darstellung des Strebens der Lancastrians nach Legitimität und des Einsatzes symbolischer Macht erhellt unser Verständnis einer Zeit beispielloser politischer Umwälzungen - ja, sie verändert es sogar.
Miri Rubin, Universität Oxford Paul Strohm war J. R. R.
Tolkien-Professor für englische Sprache und Literatur an der Universität Oxford und zuvor Professor für Englisch an der Indiana University.
Zu seinen Veröffentlichungen gehören "Social Chaucer" und "Hochon's Arrow: The Social Imagination of Fourteenth-Century Texts". Er war Präsident der The New Chaucer Society.