
Entangled Bodies: Art, Identity and Intercorporeality
Die Organtransplantation ist eine medizinische Innovation, die seit dem ersten erfolgreichen Eingriff in den 1950er Jahren die Möglichkeit bietet, Leben zu verbessern und zu retten. Spätere Entwicklungen in der Wissenschaft und Fortschritte bei den chirurgischen Techniken haben eine effizientere und verfeinerte Beschaffung, minimale chirurgische Komplikationen und eine höhere Erfolgsquote ermöglicht. Verfahren wie die Organtransplantation werfen jedoch Fragen über die Art unserer Beziehung zu unserem eigenen Körper auf, über unsere Verkörperung und unsere persönliche und körperliche Identität.
Dieses Buch enthält akademische Essays, persönliche Reflexionen und kreative Texte von Forschern und Künstlern, die an einem laufenden künstlerisch-wissenschaftlichen Projekt über die Erfahrung und Kultur der Herztransplantation beteiligt sind. Die darin enthaltenen Schriften und Überlegungen befassen sich mit der Verkörperung, mit der Frage, was es bedeutet, einen Körper zu bewohnen und sich in Bezug auf ihn zu definieren, einschließlich der Kämpfe um die Identitätsbildung; sie spielen sowohl in klinischen als auch in privaten Räumen.
Die Einzigartigkeit dieses Bandes besteht darin, dass die Autoren die spezifische Erfahrung der Herztransplantation mit der allgemeineren Erfahrung der Beziehung zur Welt und zueinander durch die physischen, wahrgenommenen und imaginierten Grenzen des Körpers verbinden wollen. Solche Grenzen und die damit verbundenen allgemeinen Vorstellungen von persönlicher Autonomie sind Gegenstand ständiger philosophischer und wissenschaftlicher Debatten. Darüber hinaus sind die Ressourcen von Kunst und Kultur, einschließlich Populärkultur, Literatur, historischer und zeitgenössischer Kunst, äußerst nützlich, um unsere Ansichten darüber zu revidieren, was es bedeutet, dass die Grenzen des Körpers philosophisch "undicht" sind.
Im Anschluss an die von der Autorin Margrit Shildrick angestoßene Diskussion leistet dieses Buch einen Beitrag zur Erforschung des Phänomens der Verkörperung und der Interkorporalität, zum wachsenden Bestand an Literatur, die aus kollaborativen kunstwissenschaftlichen Forschungsprojekten hervorgeht, und zum breiteren Gebiet der Disability Studies. Das Buch ist von besonderem Interesse für alle, die sich persönlich, wissenschaftlich und kreativ mit der Erfahrung der Transplantation oder mit Krankheit im Allgemeinen beschäftigen.