Bewertung:

Das Buch „Delivered by Midwives“ von Jenny M. Luke bietet einen detaillierten Einblick in das Hebammenwesen und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Erfahrungen und die Geschichte afroamerikanischer Hebammen im 20. Jahrhundert. Das Buch wird für seine umfassende Recherche und seine Relevanz für die aktuellen Diskussionen über rassistische Ungleichheiten in der Mutterschaftsbetreuung gelobt. Einige Rezensenten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Sichtbarkeit und Vertrauenswürdigkeit der Autorin.
Vorteile:Gut recherchiert und informativ über die Geschichte des Hebammenwesens in den Südstaaten der USA, insbesondere in Alabama. Relevant für aktuelle Fragen der Geburtshilfe und rassische Ungleichheiten. Sorgfältig kommentiert und mit historischen Fotos versehen. Sehr empfehlenswert für Hebammenausbilder.
Nachteile:Bedenken hinsichtlich der Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit der Autorin. Einige Rezensenten empfanden das Fehlen eines Autorenfotos als irreführend oder skizzenhaft.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Delivered by Midwives: African American Midwifery in the Twentieth-Century South
"Babys fangen" war nur ein Aspekt der umfassenden Rolle afroamerikanischer Hebammen im Süden des zwanzigsten Jahrhunderts. Jahrhunderts. Über die Art der von ihnen geleisteten Pflege oder die Entwicklung der Hebammen- und Entbindungspflege unter der zunehmenden Präsenz lokaler und bundesstaatlicher Gesundheitsstrukturen ist jedoch wenig geschrieben worden.
Anhand von Belegen aus Krankenpflege-, Medizin- und Gesundheitszeitschriften der damaligen Zeit, Primärquellen aus den Gesundheitsämtern der Bundesstaaten und Bezirke sowie persönlichen Berichten von verschiedenen Fachleuten wird Delivered by Midwives: African American Midwifery in the Twentieth-Century South bietet eine neue Perspektive auf die Geburtserfahrungen afroamerikanischer Frauen und ihrer Geburtshelferinnen im zwanzigsten Jahrhundert. Die Autorin Jenny M. Luke geht über die üblichen rassischen Dichotomien hinaus, um einen komplexeren Wandel in der Geburtskultur aufzuzeigen. Sie enthüllt die sich verändernden Erwartungen und die Handlungsfähigkeit afroamerikanischer Frauen, die ein zweigeteiltes System der Geburtshilfe ablehnten und verlangten, Teil einer integrativen, desegregierten Gesellschaft zu sein.
Darüber hinaus beleuchtet Luke wertvolle Aspekte eines Modells der Mütterbetreuung, das zuvor im Namen des Fortschritts verworfen wurde. Die hohe Mütter- und Säuglingssterblichkeit führte 1921 zur Verabschiedung des Sheppard-Towner Maternity and Infancy Protection Act. Dies war der erste Versuch der Bundesregierung, das Wohlergehen von Müttern und Säuglingen zu verbessern. Fast ein Jahrhundert später haben die Besorgnis über die Müttersterblichkeit und die anhaltenden Rassenunterschiede eine Neubewertung erzwungen. Elemente des seit langem aufgegebenen Betreuungsmodells werden wieder in die moderne Praxis aufgenommen, um auf die aktuellen Dilemmata in der Gesundheitsversorgung zu reagieren, indem die Lehren aus der Vergangenheit berücksichtigt werden.