
Dispossession and Dissent: Immigrants and the Struggle for Housing in Madrid
Seit der Finanzkrise 2008 haben komplexe Kapitalströme den Alltag von Gemeinschaften auf der ganzen Welt erschüttert. Insbesondere die Wohnsituation ist immer prekärer geworden.
Als Reaktion darauf stellen nun viele Bewegungen die lange gehaltenen Versprechen und etablierten Bedingungen des Privateigentums an Wohnraum in Frage. Der Aktivismus von Einwanderern hat in solchen Kämpfen um den kollektiven Konsum eine wichtige, wenn auch wenig untersuchte Rolle gespielt. In Dispossession and Dissent (Enteignung und Widerspruch) untersucht Sophie Gonick die Überschneidung von Wohneigentum und Immigrantenaktivismus anhand einer Analyse der spanischen Bewegung gegen Zwangsräumungen, die heute ein Markenzeichen für den weltweiten Kampf um Wohnraum ist.
Madrid war der Schmelztiegel für Spaniens Stadtplanung und -politik, seinen tausendjährigen Wirtschaftsboom (1998-2008) und seine jüngsten Mobilisierungen als Reaktion auf die Krise. Während des Booms erlebte die Stadt auch eine rasche, noch nie dagewesene Einwanderung.
Anhand umfangreicher archivarischer und ethnografischer Recherchen deckt Gonick die Geschichte des Wohneigentums und der Zuwanderung in der Stadt auf, um die zentrale Rolle der Andenmigranten in dieser Bewegung aufzuzeigen, die sich als erste gegen die Enteignung durch hypothekenbedingte Zwangsversteigerungen und Räumungen wehrten. Folglich schmiedeten sie eine wirkungsvolle Politik des Widerspruchs, die sich auf Migrationserfahrungen und indigene Traditionen des Aktivismus stützte, um Zwangsvollstreckungen und Räumungen anzufechten.