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Antiquity Unleashed: Aby Warburg, Durer and Mantegna
Der Hamburger Bankierssohn Aby Warburg (1866-1929) war einer der einflussreichsten Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker des 20. Jahrhunderts.
Jahrhunderts. Sein Lebenswerk widmete er dem Aufspüren antiker Darstellungsformeln in der Darstellung menschlicher Leidenschaften in der Kunst der Renaissance. Für diesen epochenübergreifenden Zusammenhang entwickelte er den Begriff der "Pathosformel".
In einem Vortrag, den er 1905 im Hamburger Konzerthaus über den Tod des Orpheus des jungen Albrecht Du)rer hielt, skizzierte Warburg seine Gedanken vor der Originalzeichnung, die er zur besseren Veranschaulichung seiner Idee aus den reichen Beständen der Kunsthalle entliehen hatte. Diese Zeichnung, die für die Entwicklung des jungen Künstlers als ehrgeizige Antwort auf die klassische Antike von zentraler Bedeutung ist, wurde während des Vortrags zusammen mit einer Gruppe von Stichen und Holzschnitten gezeigt, zu denen nicht nur einige von Du)rers eigenen bahnbrechenden späteren Drucken wie Melencolia I gehörten, sondern auch Stiche von Andrea Mantegna, die Du)rer 1494 kopierte, im selben Jahr, in dem er den Tod des Orpheus zeichnete.
Warburgs "Pop-up-Ausstellung" mit elf Werken wird hier anhand seiner faszinierenden Vortragsnotizen, Skizzen und Dias rekonstruiert und analysiert. Erstmals 2011 von der Hamburger Kunsthalle entwickelt, anschließend in Köln im Wallraf-Richartz-Museum und jetzt in der Courtauld Gallery zu sehen, hat jede Institution das Material etwas anders interpretiert, wobei der Kern der Warburg-Gruppe beibehalten wurde.
Aby Warburgs Ziel war es, die Bedeutung eines Kunstwerks zu erschließen, indem er seine Wurzeln in seinem kulturellen Kontext ausgrub. Durch die Neuinszenierung seiner legendären Ausstellung von 1905, in deren Mittelpunkt Du)rers Tod des Orpheus steht, präsentieren die Ausstellung und das Begleitbuch einige der kunstvollsten und ehrgeizigsten Arbeiten auf Papier, die je produziert wurden, und versuchen darüber hinaus, Warburgs reiches intellektuelles Universum einem breiteren Publikum vorzustellen, in der Hoffnung, dadurch sowohl reinen Genuss als auch Denkanstöße zu bieten.