
Developments in the Japanese Documentary Mode
In der Literatur über das japanische Kino wurden ästhetische und kulturelle Unterschiede in den Vordergrund gestellt und der Beitrag Japans zur Darstellung des wirklichen Lebens im Kino und verwandten Formen vernachlässigt.
Donald Richie, der maßgeblich an der Einführung des japanischen Kinos in den Westen beteiligt war, behauptete sogar, dass es in Japan keine echte Dokumentarfilmtradition gebe, da das japanische Publikum offensichtlich eine Vorliebe für die Stilisierung gegenüber dem Realismus habe, eine Vorliebe, die aus seiner Theatertradition stamme. Ein genauerer Blick auf die Geschichte der japanischen Dokumentar- und Spielfilmproduktion zeigt jedoch, dass die Betonung der Aktualität und des Alltagslebens ein wichtiger Bestandteil der japanischen Filmkultur ist.
Dieser "dokumentarische Modus" - der wie Peter Brooks' "melodramatischer Modus" Genre und Medium übergreift und sich nicht nur auf Stile des Dokumentarfilms beschränkt - kennzeichnet die Rhetorik der Authentizität im Kino und verwandten Medien, auch wenn diese Rhetorik manchmal in den Dienst politischer und wirtschaftlicher Ziele gestellt wurde. Die Artikel in dieser Sonderausgabe, 'Developments in the Japanese Documentary Mode', zeichnen wichtige Veränderungen in Dokumentarfilmschulen und -bewegungen ab den 1930er Jahren nach, manchmal in Bezug auf andere Medien, sowie die Bemühungen einiger Nachkriegsfilmemacher, die Stile und ethischen Verpflichtungen, die den "Eindruck von Authentizität" des Dokumentarfilms untermauern, an ihre Darstellung fiktionaler Welten anzupassen.