
Heirs of Flesh and Paper: A European History of Dynastic Knowledge Around 1700
„Erben aus Fleisch und Papier“ erzählt die Geschichte der frühneuzeitlichen dynastischen Politik anhand der praktischen Reaktionen der Untertanen auf königliche Krankheiten, das Scheitern der fürstlichen Reproduktion und den vorzeitigen Tod der Erben. Sie behandelt zusammenhängende dynastische Krisen zwischen 1699 und 1716 als exemplarisch für frühneuzeitliche europäische politische Regime, in denen die Körperlichkeit der Herrscher die Politik bestimmte.
Diese politische Ordnung hatte mit den endemischen Unsicherheiten zu kämpfen, die durch dynastische Körper hervorgerufen wurden. Indem das Buch die alltäglichen Praktiken des Wissenserwerbs als Reaktion auf die Unberechenbarkeit der königlichen Gesundheit verfolgt, zeigt es, wie die sterblichen Windungen der Herrscherfamilie regelmäßig die institutionalisierte Rechtsfiktion des Königtums zu destabilisieren drohten. Die dynastische Politik war nicht nur ein vorübergehendes Stadium der Staatsbildung, Teil der Zusammenarbeit der Eliten oder ein kulturelles Konstrukt.
Sie muss durch alltägliche Praktiken angegangen werden, die kränkelnde dynastische Körper in den Mittelpunkt stellen. In einer Zeit, in der sich die politische Planung intensivierte, stellte sie einen der wichtigsten Orte für die Veränderung des Politischen selbst dar.