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Event and World
Die Welt, in die wir als Horizont unseres Verhaltens hineingeboren werden, ist sowohl eine Welt der Dinge als auch der Ereignisse. Was aber sind Ereignisse? Obwohl sie uns allen vertraut sind, sind sie philosophisch gesehen obskur. So zentral sie für die Frage des Seins im westlichen Denken von Aristoteles bis Heidegger auch sein mögen, Ereignisse hatten immer einen abgeleiteten Status, waren unbestimmt und standen am Rande der Philosophie.
Claude Romano will das ändern, er will genau beschreiben, was für ein Phänomen ein Ereignis ist und wie es phänomenologisch erfasst werden kann. Er versucht vor allem, den Menschen als einen Menschen zu verstehen, dem Ereignisse widerfahren können, der in der Lage ist, sich ihnen zu stellen und sie sich durch Erfahrung anzueignen. „Ereignishermeneutik“ nennt er diesen Ansatz, der den Menschen als ein unersetzliches Geschehen und damit als sich selbst werdend begreift.
Romano zwingt uns, die menschliche Existenz - oder vielmehr das menschliche Abenteuer - im Licht der Ereignisse zu denken, und hilft uns zu verstehen, wie und warum das Ereignis in der ontologischen Tradition vernachlässigt wurde.