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Sublime Conclusions: Last Man Narratives from Apocalypse to Death of God
Eine Schriftstellerin, Mary Shelley, führte zwei der drei Paradigmen ein, mit denen sich die Menschen mit Panik oder Vergnügen das Ende ihrer Art vorstellen.
Neben ihren Visionen einer weltumspannenden natürlichen Seuche (Der letzte Mensch, 1826) und einer vom Menschen verursachten technischen Selbstauslöschung (Frankenstein, 1818) ist das dritte - und älteste - Paradigma für die Darstellung des Untergangs der Menschheit die religiöse Vorstellung der Apokalypse, des Tages der Abrechnung Gottes. Durch eine eingehende philosophische und theologische Kontextualisierung des deutschen, französischen und britischen literarischen Umfelds der apokalyptischen Tradition um 1800 zeichnet Sublime Conclusions den Übergang von Theismus und Deismus zu Atheismus und dem "Tod Gottes" nach, auf dem, so Weninger, Shelleys Romane - und damit die moderne Science Fiction im Allgemeinen - basieren.
Weningers transdisziplinärer Ansatz ist ebenso weitreichend wie akribisch und verwebt die vielfältigen Diskurse über die Katastrophe in der Literaturgeschichte, der Kunst- und Filmgeschichte, der Philosophie und Theologie sowie in der Geschichte der Wissenschaft und der Science Fiction, Jahrhunderts auf das Erdbeben von Lissabon bis hin zu Günther Anders' Vorhersage der Auslöschung der Menschheit durch ein nukleares Armageddon nach Hiroshima. Robert Weninger ist emeritierter Professor für deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft am King's College London.